Ein Experiment rettete Emily

von Redaktion

Emily Whitehead ist bis heute krebsfrei. © Getty Images

Die CAR-T-Zelle (li.) greift eine Krebszelle an. © Panthermedia

Philadelphia/München – Emily Whitehead war fünf Jahre alt, als bei ihr Leukämie festgestellt wurde. Sämtliche Behandlungen mit allen damals verfügbaren Waffen gegen den aggressiven Blutkrebs schlugen fehl. Das Mädchen schien dem Tod geweiht, die Ärzte gaben ihr nur noch wenige Tage zu leben. In dieser hoffnungslosen Lage entschieden sich die Eltern für ein Experiment. Im April 2012 wurde Emily in eine klinische Studie aufgenommen, sie war das erste Kind weltweit, das eine CAR-T-Zelltherapie erhielt.

Diese Therapie ist ein gutes Beispiel für eine personalisierte Medizin, betont Prof. Jochen Maas. Bei ihr wird aus Immunzellen des Patienten ein für seinen Körper speziell hergestelltes Medikament gebaut. Das funktioniert so: Man entnimmt Zellen des körpereigenen Immunsystems, verändert diese außerhalb des Körpers, macht sie quasi scharf. Dann werden sie wieder eingesetzt, um gezielt die Krebszellen anzugreifen. Bei Emily klappte dies gut. Die Leukämie bildete sich zurück und das Mädchen ist seitdem krankheitsfrei. Heute sind CAR-T-Zelltherapien bei bestimmten Formen von Blutkrebs verfügbar, wenn vorangegangene Behandlungen nicht wirksam sind. „Aber man muss wissen, dass eine solche Behandlung Nebenwirkungen haben kann und rund 400 000 Euro kostet“, sagt Maas. Für seltene Arten von Krebs sei dies finanzierbar – doch bei weit verbreiteten Krebsarten könnten solch teure Therapien die Gesundheitssysteme an ihre Grenzen bringen. „Leider wird nicht alles, was theoretisch möglich wäre, auch finanzierbar sein“, bedauert Maas.

Emilys Eltern Tom und Kari haben eine Stiftung (www.emilywhiteheadfoundation.org) gegründet, um die CAR-T-Zelltherapie voranzubringen.
SVS

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