Elefanten sterben fast nie an Krebs

von Redaktion

Elefanten haben 20 Kopien des Krebsabwehrgens.

München – Elefanten haben 100 Mal so viele Zellen wie der Mensch, bekommen aber fast nie Krebs. „Diese Tatsache ist auf den ersten Blick verwunderlich“, sagt Prof. Jochen Maas. Da Krebs als Fehler bei der Zellteilung entstehe, sollte die Gefahr für Elefanten, an Krebs zu erkranken, deutlich höher sein als beim Menschen. Dennoch sterben weniger als fünf Prozent der Tiere, die 50 bis 70 Jahre alt werden, an Krebs. Beim Menschen sind es elf bis 25 Prozent.

Dass das so ist, liegt nicht an der gesunden Lebensweise der Elefanten, sondern an ihren Genen. „Genau gesagt am Tumorabwehrgen p53“, sagt Maas: „Elefanten verfügen über 20 Kopien, also 40 Allele beziehungsweise Varianten des Tumorsuppressors. Der Mensch hat nur eine Kopie, also zwei Allele.“ Das Gen p53 schützt auf mehreren Wegen gegen Krebs: Zunächst aktiviert es Enzyme, die eine Beschädigung in der Erbsubstanz DNA reparieren. Klappt dies nicht, sorgt p53 dafür, dass die schadhaften Zellen absterben.

„Das Beispiel zeigt, welche Chancen es durch Gentechnologie geben kann“, sagt Maas. Aber so, wie man Gene dazu nutzen könnte, Krebs zu verhindern, könnte man Gene dazu verwenden, die Augenfarbe von Babys auszusuchen. „Es ist die gleiche Technologie, aber während das eine Ziel wohl im Sinne der meisten Menschen ist, werden es die allermeisten ablehnen, mit Gentechnologie Augenfarbe oder Intelligenz zu beeinflussen.“ Es brauche also eine offene Diskussion über Chancen und Grenzen.
SVS

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