Ultraschall-Spezialistin Dr. Gertrud Goppel bei einer Schlagader-Untersuchung. © Dr. Elda Dzilic/Herzzentrum
München – Bei der Untersuchung der Hauptschlagader spielt ein Ultraschallverfahren die Schlüsselrolle. Es heißt Echokardiographie und wird von Medizinern kurz Herz-Echo genannt. „Damit lassen sich das Herz und seine Funktion in Echtzeit auf einem Bildschirm darstellen. Darüber hinaus können wir die Aortenwurzel und einen Teil der aufsteigenden Aorta beurteilen. Dieses Verfahren ist erste Wahl, wenn es darum geht, Aneurysmen in diesem Bereich der aufsteigenden Aorta zu entdecken bzw. auszuschließen“, berichtet Dr. Gertrud Goppel, Ultraschall-Spezialistin in der Klink für Herz- und Gefäßchirurgie des Deutschen Herzzentrums. Für ein Herz-Echo – heute Standard in fast jeder kardiologischen Praxis – ist keine Vorbereitung nötig, und der Patient muss keine Strahlenbelastung fürchten. Die Untersuchung dauert etwa 15 bis 30 Minuten, sie ist nichtinvasiv und schmerzfrei.
Beim Herz-Echo liegt der Patient auf dem Rücken oder auf der linken Körperseite. Der Arzt setzt einen Schallkopf auf die Brust, Spezialisten sprechen in diesem Fall von einem transthorakalem Echo. Anhand der Live-Bilder können sie eine Fülle von Erkrankungen erkennen. Dazu zählen Fehlbildungen der Herzklappen wie eine bikuspide Aortenklappe – dieser angeborene Herzfehler steht sehr häufig mit einem Aneurysma der aufsteigenden Aorta in Verbindung. Auch Verengungen (Stenosen) und Undichtigkeiten (Insuffizienzen) der Herzklappen lassen sich feststellen. „Wir können auch erkennen, wie es um die Größe und die Pumpleistung des Herzmuskels bestellt ist“, erläutert Goppel.
Wenn sich beim Herz-Echo der Verdacht auf ein Aneurysma stellt bzw. erhärtet, empfehlen Herzchirurgen oft zusätzlich eine Computertomographie (CT). Dabei liegt der Patient auf dem Rücken in einer Röhre. Ihm wird ein Kontrastmittel in die Vene gespritzt, um die Gefäße besser sichtbar zu machen. Der CT-Scan selbst – praktisch die Basis für die Erstellung einer detallierten dreidimensionalen Darstellung der Hauptschlagader – dauert nur wenige Sekunden.
Im Wesentlichen nutzen Herzspezialisten zwei CT-Varianten: „Einerseits ermöglicht es uns eine Kardio-CT, die Herzkranzgefäße zu inspizieren. Wenn diese eingeengt oder verstopft sind, droht der Herzmuskel von der Sauerstoffversorgung abgeschnitten zu werden. Die Koronare Herzkrankheit kann schlimmstenfalls zum Herzinfarkt führen“, erklärt Herzchirurgie-Klinikdirektor Prof. Markus Krane. „Andererseits können wir mit Hilfe einer CT-Angiografie die großen Blutgefäße detailliert darstellen und beispielsweise ein Aneurysma genau vermessen.“
Der Vorteil einer Computertomographie: „Sie liefert sehr präzise Bilder, und die Untersuchung dauert nur wenige Minuten. Zudem lassen sich Gefäße und Verkalkungen sehr gut darstellen“, so Krane. Allerdings muss der Patient eine Strahlenbelastung in Kauf nehmen und riskiert bei Nierenerkrankungen oder Allergien mitunter Komplikationen durch die Gabe des Kontrastmittels.
Was kann man neben der Vorsorge selbst tun, um sich gegen ein Aneurysma zu wappnen? „Wer die Gefahr einer Gefäßerkrankung verringern will, sollte sich gesund ernähren, regelmäßig bewegen und große Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhte Cholesterinwerte konsequent behandeln lassen“, rät Krane.
ANDREAS BEEZ