Ministerpräsident Mitsotakis hat Santorini besucht, um die Bewohner zu beruhigen. © dpa
Santorini – Nach mehreren tausend Erdstößen auf Santorini hat der griechische Regierungschef Kyriakos Mitsotakis die beliebte Ferieninsel besucht und versucht, die Menschen zu beschwichtigen: „Wir glauben nicht, dass irgendeine Katastrophe passiert“, sagte er. Die Einwohner sollten die Ruhe bewahren. „Nein zu Katastrophen-Szenarios.“
Seit dem 26. Januar wurden im Gebiet um Santorini sowie die Nachbarinseln Amorgos, Anafi und Ios mehr als 7700 Erdstöße registriert. Experten zufolge stellt das die höchste seismische Aktivität in diesem Ausmaß seit 1964 dar. Tausende Menschen haben Santorini aus Angst vor einem verheerenden Beben verlassen. Der griechische Zivilschutz hat bereits am Donnerstag den Notstand ausgerufen. Dieser solle vorerst bis 3. März gelten, um die „außerordentlichen Bedürfnisse zu bewältigen und mit den Konsequenzen der seismischen Aktivitäten umzugehen“.
Ministerpräsident Mitsotakis versicherte bei seinem Besuch auf der Insel nun ausdrücklich, dass „das gesamte staatliche System mobilisiert“ worden sei. Regierung und Wissenschaftler würden weiterhin „dieses geologische Phänomen überwachen“. Die für ihre spektakulären Küstenausblicke bekannte Insel Santorini liegt auf einem ruhenden Vulkan, der zuletzt 1950 ausgebrochen war. Ein Expertenkomitee erklärte allerdings, dass das aktuelle Phänomen „nicht in Zusammenhang mit vulkanischer Aktivität“ stehe.
Durch den vom Zivilschutz erklärten Notstand können die griechischen Behörden die Besitzer von schwerem Gerät und andere Menschen unbürokratisch für Räumungsmaßnahmen und andere Arbeiten zum Dienst verpflichten. Bisher sei es jedenfalls zu keinem einzigen Einsatz gekommen, hob die Feuerwehr auf Anfrage unserer Zeitung hervor.
DPA/FB