„Ich liebe mein Auto immer noch“

von Redaktion

Ariane Stein aus München will ihren Tesla trotz Musk behalten und lässt sich von Anfeindungen nicht einschüchtern

Seit drei Jahren ist die Münchnerin Ariane Stein Besitzerin eines Teslas. Dafür wird sie inzwischen auf offener Straße angefeindet. © Klaus Haag

München – Seit drei Jahren fährt die Münchnerin Ariane Stein inzwischen ihren Tesla Model 3 und ist damit sehr zufrieden. An ihrer Meinung hat sich auch angesichts der jüngsten Kritik an Firmenchef Elon Musk nichts geändert. „Ich liebe meinen Tesla immer noch“, sagt sie. Der Wagen sei verlässlich und gut zu fahren. Die 43-Jährige findet außerdem, der Konzern stehe für viel mehr als nur Musk: „Natürlich ist er ein prominentes Gesicht, aber ich habe das Auto nicht wegen ihm gekauft. Da gehören ja noch zehntausende Mitarbeiter dazu, die tolle Arbeit leisten“, erklärt sie. Ihr sei es bei der Entscheidung für ein Tesla-Elektrofahrzeug vor allem um Nachhaltigkeit und Qualität gegangen.

Dass sich die allgemeine Einstellung zu Tesla auch in München in den vergangenen Monaten geändert hat, bekommt Stein jedoch zu spüren. „Es kommt schon vor, dass man angefeindet wird“, erzählt die 43-Jährige. Ein Mann sei beispielsweise auf sie zugekommen und habe geschrien: „Schämst du dich nicht, Tesla zu fahren?“ Sie habe sich um Deeskalation bemüht und zur Sicherheit ihre Türen zugesperrt. „Besonders als Frau habe ich das Gefühl, ich muss jetzt ein bisschen mehr aufpassen.“ Andere Mitglieder des deutschen Tesla Clubs, mit denen sich Stein regelmäßig austauscht, hätten ähnliche Erfahrungen gemacht. In Städten wie Berlin würden Tesla-Fahrer aus Angst, dass ihre Autos zerkratzt oder beschmiert würden, nur noch in Tiefgaragen parken. In München sei es noch nicht so schlimm. „Hier ist die Lage nicht ganz so angespannt“, befindet Stein.

Deshalb hält sie es nicht für nötig, einen Anti-Elon-Aufkleber für ihr Auto zu kaufen. „Mein Tesla ist bisher nicht beschädigt worden“, sagt sie. Sie geht außerdem davon aus, dass sich die Stimmung in den kommenden Wochen wieder etwas beruhigen wird. „Ich hoffe, die Leute verstehen, dass nicht jeder, der Tesla fährt, gleich ein großer Musk-Fan ist.“ Wenn sie mit ihrem Auto fahre, sei das kein politischer Akt, sagt die Münchnerin. Sie lege vielmehr Wert auf Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Auch die Gemeinschaft von Tesla-Freunden, die einander bei Fragen helfen würden, sei für sie ein großer Pluspunkt. Darum bleibt Ariane Stein ein Tesla-Fan.
SOPHIA BELLIVEAU

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