So soll der Dodo einst ausgesehen haben. © pa
Berlin – Angesichts eines dramatischen Artensterbens hoffen Naturschützer auf die Hilfe von Gentechnikern und Reproduktionsforschern. Kann modernste Biotechnologie bedrohte Tierarten retten oder gar ausgestorbene zurückbringen? Viele Wissenschaftler sehen innovative Forschung als essenzielle Antwort auf die Krise. „Es ist völlig klar, dass sich Lebensräume auf der ganzen Welt schneller verändern, als die Evolution durch natürliche Selektion mithalten kann“, sagt Beth Shapiro. „Wir arbeiten an Technologien, die diesen Arten helfen können, den Anpassungsprozess zu beschleunigen.“ Beth Shapiro ist Professorin für Ökologie und Evolutionsbiologie, forscht seit Jahrzehnten über alte Dodo-DNA und war lange an der University of California in Santa Cruz tätig. Die Wissenschaftlerin arbeitet an innovativen Genom-Editierungstechniken. Mit gezielten Mutationen wird dabei das Erbgut von Vögeln verändert. Das US-amerikanische Biotechnologie-Unternehmen Colossal Biosciences hat Shapiro beauftragt, den im 17. Jahrhundert ausgestorbenen Dodo wiederauferstehen zu lassen, im Englischen De-Extinction genannt. Der flugunfähige Vogel lebte auf Mauritius, hatte keine Scheu vor Menschen und wurde so zur leichten Beute für hungrige Seefahrer.
Weltweites Aufsehen erregte Colossal Biosciences mit der Ankündigung, an der Rückkehr das Wollhaarmammuts zu arbeiten. „Die neuen Werkzeuge und Technologien kommen letztendlich dem Schutz der Artenvielfalt zugute“, sagt Shapiro. So könnten DNA-Editierungen bei Vögeln dazu beitragen, dass Arten wie die stark bedrohten Kleidervögel auf Hawaii eine Resistenz gegen Vogelmalaria entwickeln. Vergleichbare Technologien wurden bereits erfolgreich bei der Erholung der Bestände des einst vom Aussterben bedrohten Schwarzfußiltis und der durch einen eingeschleppten Pilz gefährdeten Amerikanischen Kastanie eingesetzt.
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