INTERVIEW

„So eine Geburt hätte nicht jede Mutter geschafft“

von Redaktion

Chefärztin Angela Köninger hat Malu, Isi und Luna auf die Welt geholt

Regensburg – In der Klinik St. Hedwig in Regensburg kommen im Jahr drei bis fünf Drillinge zur Welt – aber nur selten auf natürlichem Weg so wie bei Claudia Kreutner. Chefärztin Dr. Angelika Köninger berichtet, wie sie und ihr Team bei dieser besonderen Geburt vorgegangen sind.

Die Wahrscheinlichkeit für eineiige Drillinge ist extrem gering. Wie erklären Sie das medizinisch?

Ja, eineiige Drillinge sind wirklich extrem selten. Die Eizelle teilt sich in zwei Schritten – wie wenn zweimal nacheinander eineiige Zwillinge entstehen würden. Man geht davon aus, dass das schon ganz früh in der Schwangerschaft passiert.

Wie oft haben Sie es mit Drillingsgeburten zu tun?

Drillingsgeburten kommen hin und wieder vor, aber es war extrem selten, dass sich die Mutter eine natürliche Geburt wünscht. Die meisten Drillinge kommen geplant per Kaiserschnitt auf die Welt. Die Kreutner-Drillinge kamen ja auch noch deutlich zu früh auf die Welt.

Wie kompliziert ist so eine Geburt für Ärzte?

Wir haben eine bestimmte Technik, die ist bei so einer Geburt extrem wichtig. Entscheidend ist, dass der erste Drilling mit dem Kopf nach unten liegt. Wie die anderen beiden liegen, ist eigentlich egal. Denn wenn das erste Kind geboren ist, macht man einen Ultraschall und schaut, wie die anderen beiden liegen. Dann greift man mit der intakten Fruchtblase an die Beinchen und zieht das nächste Kind in eine Fußlage.

Kann viel schiefgehen?

Nein, eigentlich nicht. Sonst würden wir das nicht machen. Wir sind davon überzeugt, dass eine natürliche Geburt immer das Beste ist. Der Vorteil bei so kleinen Kindern ist, dass sie gut durch den Geburtskanal passen. Wichtig ist, dass die drei Babys schnell nacheinander geboren werden. Denn sie haben nur eine Plazenta und die kann sich ablösen, wenn der erste Drilling geboren wird. Dass die drei Babys in so kurzer Zeit zur Welt kamen, war wichtig.

Claudia Kreutner wollte die Geburt ohne Schmerzmittel schaffen. Wie häufig haben Sie es mit so ruhigen Müttern zu tun?

Das ist wirklich selten. Claudia Kreutner hat das extrem gut gemacht. So eine Geburt ist nur mit Frauen möglich, die sehr auf ihren Körper vertrauen.

Die Drillinge waren die ersten Wochen voneinander getrennt im Brutkasten. Ist das für Drillinge schwierig, weil sie sich im Bauch so nah sind?

So nah sind sie im Bauch gar nicht zusammen, sie sind ja durch die Eihaut getrennt und können sich nicht berühren. Jedes Baby hört im Bauch der Mutter Geräusche und spürt den Herzschlag – da gibt es zu Drillingen keinen großen Unterschied.

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