„Er litt nicht, es ging alles sehr schnell“

von Redaktion

Sein Pfleger ermutigte Franziskus zur letzten Fahrt durch die Menge über den Petersplatz

Tausende Gläubige beteten auf dem Petersplatz in Rom beim Rosenkranzgebet für Franziskus. © epd

Der indische Künstler Sudarsan Pattnaik ehrte Papst Franziskus als Sandskulptur, die so vergänglich ist wie das Leben. © AFP

Rom – Der Tod des Papstes wird weltweit betrauert. Überall versammelten sich Menschen, zündeten Kerzen an, hielten Bilder von Franziskus oder kreierten am Strand Sandskulpturen, so wie ein Künstler aus Indien. Unterdessen wurden Details zu den letzten Stunden bekannt. Demnach soll sein Pfleger Massimiliano Strappetti Franziskus ermutigt haben, noch einmal im offenen Papamobil über den Petersplatz zu fahren. Das berichtet das vatikanische Nachrichtenportal „Vatican News“. „Denkst du, ich kann es schaffen?“, soll der Papst Strappetti gefragt haben, ehe er für eine knappe Viertelstunde durch die jubelnde Menge fuhr und Säuglinge segnete. Im Anschluss bedankte er sich bei seinem Vertrauten und kehrte zurück in seine Residenz Santa Marta.

Am Montagmorgen um 5.30 Uhr setzten laut „Vatican News“ erste Zeichen des Unwohlseins ein. Über eine Stunde später winkte Franziskus seinem Pfleger Strappetti in einer Geste des Abschieds zu, fiel kurz darauf in ein Koma. Um 7.35 Uhr starb er. „Er litt nicht. Es ging alles sehr schnell“, heißt es. „Es war ein diskreter Tod, fast plötzlich, ohne langes Leid und öffentlichen Alarm, für einen Papst, der mit Blick auf seine Gesundheit immer sehr zurückhaltend war.“

Zurückhaltend ist auch das Testament, das jetzt öffentlich wurde. Franziskus will keinen Pomp. „Ich bitte darum, dass mein Grab in der Nische im Seitenschiff zwischen der Paulinischen Kapelle (…) und der Sforza-Kapelle der genannten päpstlichen Basilika eingerichtet wird (…)“, schreibt er. „Das Grabmal muss in der Erde sein, schlicht, ohne besondere Verzierungen und einzig mit der Inschrift: Franciscus.“

Franziskus wird am Samstag nach einer Trauerfeier (Petersplatz, 10 Uhr) beigesetzt. Ab Mittwoch können Gläubige sich am offenen Sarg im Petersdom verabschieden. Auf eigenen Wunsch wird er nicht im Petersdom, sondern in der Basilika Santa Maria Maggiore beigesetzt. Das Konklave beginnt zwischen dem 5. und 10. Mai.
WHA

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