Carsten Schneider war ein kleiner Popstar. 1998 zog der Erfurter mit 22 Jahren als jüngster jemals gewählter Abgeordneter in den Bundestag ein. Sätze wie „man sollte nicht länger als zwölf Jahre im Bundestag bleiben, danach verblödet man“, machten ihn bekannt. Schneider, inzwischen 49, sitzt noch immer im Bundestag. Als Kind der DDR (die Mauer fiel, als er 13 war), war er zuletzt Beauftragter für Ostdeutschland. Jetzt fällt ihm das politisch nicht ganz einfache Ressort Klima- und Umweltschutz zu.
Der Bankkaufmann lebt in Potsdam, ist verheiratet, hat zwei Töchter, fährt gerne Rennrad. Als Mitglied des Seeheimer Kreises gilt er als bürgerlich-konservativ. Mit Vizekanzler Lars Klingbeil versteht er sich, man radelt auch mal gemeinsam. Schneider ist kein großer Redner, gilt aber als vielseitig. Als gewiefter Taktiker, der weiß, wie man Mehrheiten organisiert. Weil er gar so trocken rüberkommt, wird er schon mal als Langweiler tituliert. Schneider war unter anderem stellvertretender Fraktionsvorsitzender und erster Parlamentarischer Geschäftsführer der SPD-Fraktion.
WHA