München – Es war ein Angriff von innen. Eine Mission des israelischen Geheimdienstes Mossad, die den Luftangriff überhaupt erst ermöglichte. Die Israelis hatten den Schlag jahrelang vorbereitet: eine Drohnenbasis auf iranischem Boden errichtet, Waffensysteme eingeschmuggelt, Mossad-Agenten eingeschleust. „Die Operationen basierten auf bahnbrechendem Denken, mutiger Planung und präziser Durchführung“, erzählt ein israelischer Sicherheitsbeamter der „Times of Israel“. „Unter Einsatz fortschrittlichster Technologie, Spezialkräfte und Agenten im Herzen Irans – vollkommen unentdeckt von den lokalen Geheimdiensten.“
Die Mission „Rising Lion“ (Aufsteigender Löwe) umfasste nicht nur den Luftschlag mit rund 200 Kampfjets, sondern auch präzise Attacken der Mossad-Agenten aus dem Landesinneren des Iran. Nahe der Hauptstadt Teheran habe man heimlich einen Drohnenstützpunkt errichtet, so der Beamte. In der Nacht auf Freitag wurden dann die Drohnen aktiviert und Raketenstellungen zerstört, die auf Israel zielten. Mit den eingeschleusten Waffensystemen habe man dann die iranische Luftabwehr ausgeschaltet – so konnten israelische Kampfflugzeuge tief in den iranischen Luftraum eindringen. Derweil sollen Mossad-Agenten in der Nähe iranischer Flugabwehrstellungen Sprengsätze versteckt haben.
Jahrelang sollen der Mossad und die israelische Armee Informationen über den iranischen Sicherheitsapparat sowie Atomwissenschaftler gesammelt haben. Bei den Angriffen wurden der Chef der Revolutionsgarden, Hussein Salami, Armeechef Mohammad Bagheri sowie sechs Wissenschaftler und Professoren getötet. Das israelische Verteidigungsministerium erklärte, auch fast der gesamte Führungsstab der Luftwaffe der Revolutionsgarden sei „während einer Sitzung in ihrem unterirdischen Hauptquartier neutralisiert“ worden. Die Kommandeure hätten sich dort versammelt, „um einen Angriff auf den Staat Israel vorzubereiten“ – dann bombardierten israelische Kampfflugzeuge die Kommandozentrale.
Iranische Staatsmedien berichteten, auch Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, seien getötet worden, 95 weitere Menschen seien verletzt. Die iranische Armee erklärte, bei ihrer Reaktion werde es „keine Grenzen“ geben.KAB/AFP