Männer-Symptom: Brennen in der Brust. © Mauritius Images
Professor Dr. Markus Krane leitet die Herzchirurgie im TUM Klinikum. © Beet
München – Kein Mensch geht an Weihnachten gerne zum Arzt bzw. in eine Klinik. Es gibt aber Symptome bzw. Notfälle, die den Betroffenen oder ihren Angehörigen keine Zeit zum Zögern lassen. „Schmerzen in der Brust – gerade in Kombination mit Atemnot – können ein Alarmsignal für einen Herzinfarkt sein. Im Zweifel sollte man lieber den Notruf 112 wählen“, warnt Professor Markus Krane. Für unsere Zeitung beschreibt der Direktor der Klinik für Herz- und Gefäßchirurgie im TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum kritische Symptome und ordnet kleinere Unpässlichkeiten ohne dringenden Handlungsbedarf ein. Allerdings kann eine Selbsteinschätzung eine ärztliche Diagnose nicht ersetzen.
■ Starke Brustschmerzen
Starke Brust- und Rückenschmerzen, die noch dazu in Arme oder Kiefer ausstrahlen, können auf einen Herzinfarkt hindeuten. In seltenen Fällen steckt auch eine Aufspaltung der Hauptschlagader (Typ-A-Aortendissektion) wie bei Richard Rzeznik (Artikel oben) dahinter. Auch eine Lungenentzündung kann mitunter als Ursache infrage kommen.
■ Kolikartige Bauchschmerzen
Meist steckt ein Infekt dahinter, oft kommen dann auch Durchfälle dazu. Aber: Wenn Bauchschmerzen plötzlich und besonders heftig auftreten, sollte man eine Blinddarmentzündung oder einen Blinddarmdurchbruch, eine Gallenblasenentzündung oder in seltenen Fällen eine Typ-B-Aortendissektion ausschließen.
■ Unerträgliche Kopfschmerzen
Hypertonie ist schlecht fürs Hirn. So können hohe Blutdruckwerte (über 180/100 mmHg) auch Kopfschmerzen verursachen. Dann spricht man von Blutdruckentgleisungen. In seltenen Fällen kann auch ein Aneurysma oder eine Blutung im Gehirn der Auslöser sein. Allerdings kommen Kopfschmerzen häufig vor, oft ohne dramatische Ursache. Ein Alarmsignal können Kopfschmerzen in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen sein.
■ Atemnot
Probleme beim Atmen könnten – besonders wenn die Beschwerden abrupt einsetzen – womöglich ein Warnzeichen für eine Lungenentzündung oder eine schwere allergische Reaktion sein. Die große Gefahr in Kombination mit Brustschmerzen: ein Herzinfarkt. Aber hinter der Atemnot könnte auch ein Herzklappenfehler stecken.
■ Sehr hohes Fieber
Falls das Thermometer auf über 39 Grad klettert und der Betroffene noch dazu verwirrt ist, zudem Krampfanfälle und Atembeschwerden hat, deutet diese auf eine schwere Entzündung hin. Vorsicht: Eine Blutvergiftung (Fachbegriff Sepsis) kann tödlich enden.
■ Sehstörungen
Doppelbilder oder nachlassendes Sehvermögen können Symptome eines Schlaganfall sein.
■ Sprachstörungen
Hat man plötzlich auffällige Schwierigkeiten im Gespräch – beispielsweise eine verwaschene Sprache – noch dazu gepaart mit Verwirrtheit, könnte ebenfalls ein Schlaganfall dahinterstecken. Tipp: Googeln Sie den FAST-Schlaganfall-Test (zum Beispiel www.schlaganfall-hilfe.de). Er bietet schnell Anhaltspunkte. Bei Zweifeln lieber den Notruf wählen.
■ Halbseitige Lähmungen
Schlaganfall-Gefahr besteht bei einem starken Kraftverlust in einer Körperhälfte an Armen und Beinen, bei einem herabhängenden Mundwinkel oder einem ausgeprägten Taubheitsgefühl im Gesicht.
■ Unregelmäßiger Herzschlag
Herzrasen oder ein unregelmäßiger Herzschlag, womöglich mit Schwindel oder Ohnmacht, können für Herzrhythmusstörungen sprechen.
■ Leichter Schwindel
Ein gelegentlicher leichter Schwindel – etwa beim schnellen Aufstehen – ist erst mal nicht bedenklich. Dagegen sollte man Schwindel unbedingt ernst nehmen, wenn er länger anhält und in Kombination mit Herzrasen auftritt.
■ Leichtes Fieber, Schnupfen, Husten
Eine leichte Erkältung mit etwas Fieber ist in der Regel unbedenklich. Oft helfen Ruhe, viel Flüssigkeit und gängige Hausmittel. Bei Magen-Darm-Infekten trotz Weihnachten bitte Schonkost.ANDREAS BEEZ