„Dernières Nouvelles d’Alsace“ (Frankreich): „Dieser Staatsstreich, (…) der unter völliger Missachtung der Regeln des Völkerrechts (…) verübt wurde, (…) öffnet die Tür zu einer Ära, die seit der Rückkehr des Milliardärs ins Weiße Haus befürchtet wurde: der Ära der weltweiten politischen Anarchie. Eine Ära, in der es keinen Schiedsrichter mehr gibt und in der das einzige Gesetz des Stärkeren gilt.“
„Neue Zürcher Zeitung am Sonntag“ (Schweiz): „Trump hat (…) die vorübergehende Übernahme Venezuelas durch die USA angekündigt. Das ist eine enorme Ansage. Die USA wollen wieder gleichsam Kolonialmacht in der westlichen Hemisphäre sein. (…) Vieles hätte schiefgehen können in den frühen Morgenstunden in Caracas. Trump und sein Spezialkommando hatten Glück. Doch die Botschaft an die Welt ist fatal: Internationales Recht gilt nicht mehr.“
„Wall Street Journal“ (USA): „Die Linke hatte in Nord- und Südamerika 20 Jahre lang Hochkonjunktur – mit schweren Folgen für die Bevölkerung und mit dem Ergebnis, dass China dort tief Fuß fassen konnte. In Argentinien, Chile, Ecuador und Bolivien zeichnet sich bereits eine Kehrtwende ab; ein Rechtsruck in Venezuela würde diesen hoffnungsvollen Trend fortsetzen. Trumps Bereitschaft, Maduro zu stürzen, ist zugleich ein weiterer Schritt zur Wiederherstellung der amerikanischen Abschreckung, die unter Obama und Biden weitgehend zusammengebrochen war. Die Botschaft an Amerikas Gegner ist eindeutig.“
„New York Times“ (USA): „Wenn es (…) eine übergeordnete Lehre aus der amerikanischen Außenpolitik des vergangenen Jahrhunderts gibt, dann die, dass der Versuch, selbst das verwerflichste Regime zu stürzen, die Lage oft noch verschlimmern kann. (…) Herr Trump (…) treibt unser Land ohne stichhaltige Gründe in eine internationale Krise. Wenn Herr Trump das anders darstellen will, legt die Verfassung klar fest, was er tun muss: Er muss sich an den Kongress wenden. Ohne die Zustimmung des Kongresses verstoßen seine Handlungen gegen das US-Recht.“
„The Observer“ (Großbritannien): „Das Team Trump hat (…) klargemacht, dass Macht gleich Recht ist. (…) Die Enthauptung der venezolanischen Regierung wird von Wladimir Putin als implizite Billigung seines Krieges gegen die Ukraine interpretiert werden und von Xi Jinping als Einladung zum Angriff auf Taiwan.“
„La Vanguardia“ (Spanien): „Es bleibt abzuwarten, wie weit diese Eskalation des Rechts des Stärkeren führen wird – ob China sich ermutigt sieht, in Taiwan einzugreifen, ob Russland nach neuen Ländern sucht, die es angreifen kann, oder ob Trump selbst glaubt, die Zeit sei gekommen, (…) gar die Annexion Grönlands zu starten.
„Corriere della Sera“ (Italien): „Trump (hat) Putin und Xi Jinping implizit grünes Licht gegeben, in ihren jeweiligen „Hinterhöfen“ ebenso zu verfahren. Also: Ich nehme mir Venezuela, ihr macht mit euren Nachbarn, was ihr wollt, Kiew und Taipeh stellen keine vitalen Interessen für die USA dar.“
„La Repubblica“ (Italien): „Die Souveränität unzuverlässiger Nachbarn wird (…) abgeschafft. Das Siegesbulletin gilt als Warnung an alle nicht an den USA ausgerichteten Regime auf dem panamerikanischen Kontinent. Ein Lehrsatz, der je nach Bedarf auch auf den Rest der Welt anwendbar ist.“