Trump nimmt weitere Länder ins Visier

von Redaktion

Der Kontinent „gehört“ keiner Macht, sagt Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum. © dpa

Washington – Nach der Gefangennahme von Nicolás Maduro durch das US-Militär macht Donald Trump kein Hehl daraus, dass er weitere missliebige Länder im Visier hat. An Bord der Air Force One nannte der US-Präsident vor Journalisten am Sonntag auch Kolumbien, Kuba, Mexiko und den Iran. Hatte er sich im Wahlkampf noch gegen die Einmischung im Ausland ausgesprochen, pocht Trump jetzt auf das Recht der USA, im eigenen „Hinterhof“ nach Belieben zu handeln:

Kolumbien: Eine militärische Intervention in Kolumbien sei eine „gute Idee“, sagte Trump. Der linksgerichtete Präsident Gustavo Petro solle sich in Acht nehmen, warnte er. Trump wirft Petro ähnlich wie Maduro vor, mit Drogenhändlern unter einer Decke zu stecken. Seit Monaten überziehen sich die beiden Staatschefs deswegen mit Sticheleien und Spott.

Angesichts der Drohungen aus den USA sei er bereit, „wieder zu den Waffen zu greifen“, sagte Petro, ein früherer Guerilla-Kämpfer. Ein Eingreifen in Kolumbien wäre für Washington vermutlich deutlich schwieriger als im Nachbarland Venezuela, da es dort noch viele bewaffnete Gruppen aus der Zeit des Bürgerkriegs gibt. Vielleicht setzt Trump auch darauf, dass das abschreckende Beispiel Venezuelas genügt, andere lateinamerikanische Staatschefs dazu zu bringen, sich dem Willen Washingtons zu beugen.

Kuba: Kuba ist seit Jahrzehnten ein enger Verbündeter Venezuelas und Feind der Vereinigten Staaten. Auch Kuba werde bald „fallen“, sagte Trump am Sonntag. Die kommunistisch regierte Insel vor der Küste Floridas steht seit Langem im Visier von US-Außenminister Marco Rubio, einem Sohn kubanischer Einwanderer. Ein militärisches Eingreifen sei auf Kuba jedoch nicht nötig, befand Trump. Ohne Öl aus Venezuela würde die kommunistische Herrschaft in Havanna ohnehin zusammenbrechen.

Mexiko: Mexiko solle „sich zusammenreißen“, forderte Trump. Seit Monaten übt der US-Präsident Druck auf den Nachbarn im Süden wegen dessen Drogen- und Handelspolitik aus. Die mexikanische Präsidentin Claudia Sheinbaum bezeichnete er jedoch als „großartige Person“. Trump hatte sie im Dezember in Washington bei der Auslosung für die Fußball-Weltmeisterschaft 2026 getroffen, die von den USA, Mexiko und Kanada gemeinsam ausgetragen wird. Der US-Präsident will dennoch US-Truppen nach Mexiko schicken, um die Drogenkartelle zu bekämpfen. Das habe Sheinbaum jedoch abgelehnt, sagte Trump. Die Präsidentin wehrte sich am Montag gegen die Behauptungen Washingtons, die USA hätten die Vorherrschaft in der Region. Der Kontinent „gehört“ keiner Macht, sagte sie.

Iran: Im Juni griffen die USA Atomanlagen im Iran an. Nun droht Trump der Führung in Teheran erneut, weil sie die derzeitigen Proteste gewaltsam unterdrückt. Der Iran werde „sehr hart getroffen“ werden, wenn weitere Demonstranten getötet würden, sagte der US-Präsident.

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