„Eine Invasion wäre raketenmäßig dumm“

von Redaktion

Kongressabgeordnete der Republikaner stellen sich offen gegen eine militärische Übernahme Grönlands

Im Clinch: US-Präsident Donald Trump und Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen. © AFP

München – Kommende Woche soll es stattfinden: ein Treffen zwischen den USA und Dänemark zum Grönland-Streit. Die Regierung Grönlands sitzt auch am Tisch. „Natürlich werden wir daran teilnehmen. Wir sind diejenigen, die um ein Treffen gebeten haben“, sagte Vivian Motzfeldt, Außenministerin des dänischen Autonomiegebiets. Sie hoffe auf eine Normalisierung der Beziehungen mit den USA. „Was die Sicherheit in der Arktis angeht, braucht Grönland die Vereinigten Staaten und die Vereinigten Staaten brauchen Grönland“, sagte Motzfeldt.

Zuvor hatte US-Außenminister Marco Rubio das Treffen angekündigt. Dass er Grönland will, daran hat US-Präsident Donald Trump zuletzt wenig Zweifel gelassen. Aber wie soll der Weg zum Ziel aussehen? Auch eine militärische Übernahme schloss Trump nicht aus. Dagegen regt sich aber selbst in den Reihen der Republikaner offener Widerstand.

Im US-Kongress äußerten sich mehrere republikanische Parteifreunde von Trump kritisch zu einer möglichen militärischen Annexion Grönlands. Senator John Curtis schrieb auf der Plattform X, es sei wichtig, die Partnerschaft mit Dänemark und Grönland zu verstärken, aber „der Einsatz des Militärs ist nicht angemessen, nicht nötig und nichts, was ich unterstützen werde“.

Don Bacon, ein Abgeordneter im Repräsentantenhaus, kritisierte, die Gedankenspiele der Regierung zu Grönland seien schädlich und sorgten nur für Ärger bei den Nato-Verbündeten. Dem Sender CNN sagte er weiter, das Ansinnen, sich Grönland einzuverleiben, sei eine der „dümmsten“ Sachen, die er seit einem Jahr aus dem Weißen Haus gehört habe.

Senator John Kennedy sagte, dass sogar ein „mäßig intelligenter Neuntklässler“ wisse, dass eine Invasion Grönlands „raketenmäßig dumm“ wäre. Weder Präsident Trump noch Außenminister Rubio seien dumm, betonte er gegenüber dem Sender CNN. „Sie planen keine Invasion Grönlands.“ Das schließe nicht aus, eine neue rechtliche Grundlage für die Verteidigung der USA und Grönlands anzustreben. Es könne zum Beispiel ein Referendum in Grönland über einen Beitritt zu den USA geben, so Kennedy. Eine einfache Mehrheit der Wahlberechtigten wäre ausreichend. „Ich sage nicht, dass das passieren wird, oder nicht passieren wird. Aber ich glaube, das ist wirklich das, was der Präsident meint“, sagte der Senator weiter.

Kennedys Parteikollege Thom Tillis kritisierte Trumps Vizestabschef Stephen Miller für dessen besonders scharfe Äußerungen zu Grönland. Miller sollte wissen, worüber er spreche – oder sich einen neuen Job suchen. Es gebe kein wichtigeres Bündnis als die Nato, auch wenn Miller vielleicht nichts darüber wisse, sagte Tillis. Die meisten seiner Kollegen – „ob sie es laut sagen oder nicht“ – seien auch seiner Meinung, betonte der Senator.

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