Einst Kolonie, heute autonom

von Redaktion

Blick von Grönlands Hauptstadt Nuuk. © Odd Andersen/AFP

Nuuk – Mit einer Fläche von über 2,1 Millionen Quadratkilometern ist das im Nordatlantik beziehungsweise Arktischen Ozean gelegene Grönland die größte Insel der Welt. Die rund 56 000 Bewohner leben an der Küste, vor allem im Westen. Das Landesinnere ist von einem Eisschild bedeckt.

Die indigenen Inuit besiedeln Grönland seit 4500 Jahren. Der heute gebräuchliche Name der Insel geht auf die Wikinger zurück. Erik der Rote berichtete im späten 10. Jahrhundert von einem fruchtbaren „Grünland“, angeblich, um Siedler aus Island auf die Insel zu locken.

Zuerst kamen Missionare aus Dänemark

Im Jahr 1721 gründete der evangelische Pfarrer Hans Egede eine lutherische Mission auf Grönland. Dänemark errichtete in der Folge Handelsplätze. Später meldete auch das 1905 unabhängig gewordene Norwegen Gebietsansprüche an. 1933 sprach der Ständige Internationale Gerichtshof Grönland den Dänen zu, bis 1953 war die Insel dänische Kolonie. Heute ist Grönland autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark; immer wieder gab es Debatten über eine vollständige Unabhängigkeit.

Die zwischen Nordamerika und Russland gelegene Insel hatte bereits im Zweiten Weltkrieg eine hohe strategische Bedeutung. Die USA errichteten damals die ersten Militärbasen auf Grönland. Die Insel verfügt außerdem über zahlreiche Rohstoffe wie Gold und Seltene Erden.

Gleichzeitig wirkt sich der Klimawandel massiv auf die Natur aus. Jahr für Jahr gehen inzwischen hunderte Milliarden Tonnen von Eis verloren. Das wiederum trägt zum globalen Anstieg der Meeresspiegel bei. Die Folgen des Klimawandels beeinträchtigen auch die indigene Bevölkerung, deren Lebensweise und Rechte lange kaum Beachtung fanden.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden Menschen vielfach zwangsumgesiedelt, unter anderem, um die vom dänischen Mutterland aufzubringenden Unterhaltskosten zu senken. In den 1960er- und 1970er-Jahren ließen die Behörden überdies tausenden Mädchen und jungen Frauen zwangsweise und oftmals ohne deren Wissen Verhütungsspiralen einsetzen, wie der Kieler Nordeuropa-Historiker Martin Krieger schreibt. Ziel dieser Maßnahmen sei gewesen, „das aus einer verbesserten Gesundheitsversorgung resultierende hohe Bevölkerungswachstum einzudämmen“.

Seit seiner Wiederwahl 2024 hat Donald Trump mehrfach seine Absicht geäußert, Grönland unter die Kontrolle der USA zu bringen. Für Aufmerksamkeit sorgte vor diesem Hintergrund Dänemarks König Frederik X. Er führte Anfang vergangenen Jahres ein neues königliches Wappen ein. Dadurch erhielt ein Eisbär im Vergleich zur Vorgängerversion von 1972 einen eigenen Platz im dritten Wappenfeld links unten. Der Eisbär ist das Wappentier von Grönland.

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