Der Pistenplaner für Rodelfans

von Redaktion

Kranzberg, Wallberg, Hexenritt & Co. – Neun Tipps von leicht bis schwer für Familien und echte Kufenprofis

Macht auch Spaß: Bei manchen Bahnen muss man selbst hochziehen. © imago

Bei den Kleinsten sollte man aufpassen, dass das Gefährt sie nicht überfordert. Sie können noch nicht bremsen. © imago

Teilweise recht anspruchsvoll ist die Wallbergbahn am Tegernsee. © Jochen Sand

München – Der Schnee ist da – und wen es nicht auf die Skipisten zieht, für den gibt es eine prima Alternative: Schlittenfahren! Das lieben auch Sportmuffel, und die Kinder ohnehin. Noch ein Vorteil: Das Sausen mit dem Rodel oder Schlitten ist deutlich günstiger als Skipässe für die ganze Familie. Aber Vorsicht: Das Vergnügen birgt auch Verletzungsgefahren. Helm, robuste Schuhe, ein Verzicht auf Alkohol und Übermut sind deshalb dringend anzuraten. Dann steht dem Winterspaß nichts mehr im Wege. Wir haben neun Rodelstrecken versammelt – von gemütlich bis rasant.

■ Blomberg, Bad Tölz

Der Blomberg ist der Rodelberg vor den Toren Münchens. An den Wochenenden sind alle Strecken in Betrieb, auch das Blomberghaus ist geöffnet. Die drei Rodelbahnen bieten eine leichte, mittelschwere und schwere Abfahrt. Die Rodelbahnen kosten nichts, bezahlt wird nur für den Lift und das Leihmaterial, falls man keinen eigenen Schlitten mitbringt. Einzelfahrt: 9 €, Kinder 5,50 €. Halbtageskarte (9 bis 12.30 Uhr): 26 €, Kinder 15 €. Jeden Samstag ist Nachtrodeln mit Flatrate 26 €. Info: www.der-blomberg.de. ÖPVN: Bahnhof Lenggries, Bus 392 Haltestelle Wackersberg/Blombergbahn.

■ Kranzberg, Mittenwald

Hier gibt es eine Rodelbahn, die auf knapp zwei Kilometern Länge von der Berg- bis zur Talstation des Sessellifts führt. Die Chancen stehen gut, dass die Strecke am Wochenende geöffnet ist. Die Bahn hat zwar ein paar steilere Passagen, ist aber breit und dank einiger Auslaufzonen auch für Kinder gut geeignet. Hinauf geht‘s eine Stunde zu Fuß oder in 15 Minuten mit dem nostalgischen Sessellift. Schlitten können ausgeliehen werden: Einzelfahrt 8 €, Kinder 4,50 €. Rodelverleih (halbtags) 6 €. Info: www.gemeindewerke-mittenwald.de. ÖPVN: Bahnhof Mittenwald, von dort ist es etwa ein Kilometer zur Talstation.

■ Obere Firstalm, Spitzingsee

Die 2,5 Kilometer lange Rodelstrecke zum Spitzingsattel ist ein Klassiker. Laut täglich aktualisierter Webseite ist sie derzeit (Stand Freitag) befahrbar. Zu Fuß – moderate Steigung, geht auch für Ungeübte – dauert‘s eine Stunde zur Oberen Firstalm, dem Startpunkt der Rodelbahn. Aufstieg und Abfahrt verlaufen auf derselben Straße, daher ist etwas Vorsicht geboten. Wer es beim Aufstieg ruhiger mag, geht über die Untere Firstalm (ab Kurvenlift). Leih-Schlitten gibt‘s auf der Oberen Firstalm für 7 €. Die Hütte ist täglich bis 22 Uhr geöffnet, die Rodelbahn wird täglich bis 22.30 Uhr beleuchtet. Info: www.firstalm.de; www.mondscheinrodeln.de. ÖPVN: Bahnhof Schliersee, Bus 362 zum Spitzingsattel.

■ Wallberg, Tegernsee

Ein rasantes Vergnügen! Weil die Strecke recht steil ist, braucht es eine stabile Schneeschicht. Also bitte auf der Webseite der Wallbergbahn erkundigen, ob offen ist. Mit 6,5 Kilometern ist sie die längste Naturrodelbahn Deutschlands. Auf 825 Metern Höhenunterschied warten steile Abschnitte, enge Kurven und hohe Geschwindigkeiten – Bremsen sollte man beherrschen. Helm und Brille empfohlen! Im unteren Bereich wird die Fahrt dann leichter und genussvoll. Dauer: ca. 30 Minuten. Der Aufstieg dauert rund 2,5 Stunden, komfortabler geht es mit der Wallbergbahn (zehn Minuten). Einzelfahrt: 15 € (Kinder 8,50 €), Rodelverleih: 7 €. Info: www.wallbergbahn.de. ÖPVN: Bahnhof Tegernsee, Bus 356 zur Wallbergbahn.

■ Hindenburghütte, Reit im Winkl

Hier geht es flott abwärts. Die Naturrodelbahn ist aktuell noch nicht befahrbar, da im unteren Teil der Strecke noch zu wenig Schnee liegt. Mit einem Allrad-Bus gelangt man von den Haltestellen „Tourist Info Reit im Winkl“ oder „Parkplatz Blindau“ hinauf zum Hemmersuppenalm-Gebiet bzw. zum Alpengasthof Hindenburghütte. Auf der kurvenreichen, vier Kilometer langen Strecke fanden früher Rodelwettbewerbe statt. Sie ist anspruchsvoll und nur für Geübte geeignet. Wer den Bustransfer nutzt, zahlt 11 € (Kinder 5 €). Er fährt bei gutem Wetter stündlich ab der Touristen-Info in Reit im Winkl. Schlitten können für 7 € geliehen werden. Info: www.hindenburghuette.de. ÖPVN: Bahnhof Prien am Chiemsee, 9505 nach Reit im Winkl/Touristinfo.

■ Hirscheckblitz, Ramsau

Hier im Berchtesgadener Land lockt rasanter Rodelspaß – Rodellegende Schorsch Hackl hat das Streckenprofil mitentworfen. Bitte erkundigen, ob genug Schnee liegt. Die Abfahrt startet an der Bergstation der Hirscheck-Sesselbahn auf 1390 Metern Höhe. Wer schwitzen mag, nimmt den Winterweg. Kurvig und erlebnisreich geht es über 400 Höhenmeter zur Talstation. Schlitten können an der Tal- und Bergstation der Hirscheckbahn für 9 € ausgeliehen werden. Eine zünftige Einkehr bietet die Berggaststätte Hirschkaser an der Bergstation – inklusive grandiosem Ausblick. Die Nutzung der Bahn ist kostenlos; wer mehrmals rodeln möchte, kann günstige Stundenkarten für die Bahn nutzen. Info: www.hochschwarzeck.info. Anreise: Talstation Hirscheck Sesselbahn, Schwarzecker Straße 80, 83486 Ramsau.

■ Priener Hütte, Sachrang

Ein echtes Vergnügen, das man sich aber verdienen muss. Zunächst heißt es: Aufstieg zu Fuß. Vom Wanderparkplatz Geigelstein in Sachrang geht es in etwa zweieinhalb Stunden auf einem Forstweg über 750 Höhenmeter zur Priener Hütte auf 1410 Meter ins Naturschutzgebiet Geigelstein. Ein Einkehrschwung in der Hütte ist Pflicht. Die Abfahrt erfolgt über denselben Weg. Also bitte vorausschauend hinunterrodeln. Aktuell ist die Schneedecke zwar dünn, die Rodelbahn aber befahrbar. Obacht: Die Strecke ist nur von 10 bis 12 Uhr und von 13 bis 16 Uhr geöffnet, da außerhalb dieser Zeiten Versorgungsfahrten stattfinden. Info: www.prienerhuette.de. Anreise: Wanderparkplatz Geigelstein, Sachrang.

■ Hexenritt-Rodelbahn

Die Hexenritt-Bahn in Söll (Österreich) ist eine 3,8 Kilometer lange, kurvige – und auch beleuchtete – Strecke. Sie startet direkt an der Bergstation der Gondelbahn Hexenwasser und führt bis ins Tal. Die Bahn trägt das „Tiroler Rodelgütesiegel“, wird täglich beschneit und präpariert – zu Nachtbetrieb-Zeiten sogar zweimal. Tagsüber: Montag bis Sonntag von 8 bis 17 Uhr. Der Aufstieg auf der Rodelbahn ist untersagt. Von Mittwoch bis Samstag gibt es Nachtrodeln von 18.30 bis 21.30 Uhr: Die Strecke ist voll ausgeleuchtet. Die Preise sind gestaffelt: Erwachsene ab 22 €, Jugendliche 16,50 €, Kinder 11 €. Info: www.skiwelt.at. Anreise: Skilift Hochsöll, Stampfanger 21, 6306 Söll, Österreich.

■ Nachtrodeln, Ehrwald

Jeden Freitag gehört die beleuchtete Talabfahrt der Ehrwalder Almbahn (Österreich) zwischen 18.30 und 21.30 Uhr den Rodlern. Erlaubt sind Minibob, Holzrodel, Rennschlitten, Snowfox und Skibob – jeder kann die 3,2 Kilometer lange Piste hinunterfahren. Den Start der Rodelbahn erreicht man bequem mit der Ehrwalder Almbahn. Anschließend muss der Schlitten noch ein kurzes Stück nach oben gezogen werden, bevor die recht steile, kurvenreiche Abfahrt beginnt. Kosten: Einzelfahrt 16 €, Jugendliche 13 €, Kinder 9,50 €. Es gibt außerdem Rodelabend-Tickets. Info: www.almbahn.at/de. Anreise: Ehrwalder Almbahn, Dr.-Ludwig-Ganghofer-Straße 66, 6632 Ehrwald, Österreich.JOHANNA STÖCKL

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