Tourenrodel bieten auch im Tiefschnee Stabilität. © Schlaf
Po-Rutscher: Lustig, aber nur schwer zu steuern. © Schlaf
Beratung schadet nicht: Alexander Heiß von Sport Schuster zeigt eine Auswahl seiner Schlitten. © Marcus Schlaf
München – Die Wahl des richtigen Schlittens ist wichtiger, als man denkt: Alter, Fahrkünste, Einsatzgebiet. Kriterien gibt es viele, weiß Alexander Heiß von Sport Schuster. Als Abteilungsleiter Wintersport ist er gerade ein gefragter Mann. Rodel sind eher sportlich ausgelegt, flexibler und wendiger als klassische Schlitten und gerade bei Fahrten auf speziellen Rodelbahnen die richtige Wahl, erklärt er. „Sie haben auch eine Lenkfunktion.“ Ein Kassenschlager sind aber eher Schlitten. Der aus Eschenholz gefertigte Zweisitzer des Herstellers Gasser, den Heiß aus einem Berg an Schlitten hervorzaubert, kostet fast 500 Euro. Doch es geht auch günstiger. Der Tourenrodel, ebenfalls mit Lenkvorrichtung, wandert für 180 Euro über den Kassentisch. Schlitten und Hornschlitten der Firma Sirch gibt es schon ab 60 bzw. 75 Euro. Zubehör gibt es auch jede Menge, von der Kinderlehne bis zur Ziehleine. Bei richtiger Pflege hält ein Holzgefährt problemlos zehn Jahre: trocken lagern, Kufen mit Schleifpapier schleifen und gelegentlich wachsen. Welcher Typ ist für wen? Ein Überblick:
Holzschlitten: Das Modell Davos zum Beispiel ist von 70 bis 150 Zentimeter erhältlich – für eine oder mehrere Personen oder zum Rodeln im Liegen. Die Lenkung erfolgt über das Verlagern des Körpergewichts, gebremst wird mit den Füßen (Schuhe mit gutem Profil empfohlen). Für kleine Wintersportler oder Senioren gibt es die Schlitten auch mit Lehne. Ab 49,98 bis 129,99 Euro, inklusive Lehne.
Hörnerschlitten: Der Hauptvorteil von Hörnerschlitten liegt in ihrer Stabilität, Sicherheit und besseren Lenkbarkeit durch die markanten vorderen Hörner, die als Lenk- und Haltegriffe dienen. Allerdings sind die Schlitten sehr schwer, was zulasten der Geschwindigkeit geht und das Bergaufziehen unbequem machen kann. Wer die Kufen des Schlittens wachst, kann den Fahrspaß deutlich verbessern. Der Preis liegt je nach Größe ab 62,95 bis 149,99 Euro – inklusive Lehne.
Lenkbobs (Kunststoff): Sie haben Lenkrad oder Lenkstange – und Handbremse. Daher sind Bobs ideal für Kinder, die noch nicht mit Körpergewicht lenken können. Bobs sind leichter und aerodynamischer als Holzschlitten und flitzen auch schon bei wenig Schnee. Je nach Hersteller zwischen 23 und 100 Euro.
Tourenrodel: Ideal für längere Abfahrten und sportliche Fahrten zu zweit. Tourenrodel sind leichter, haben breitere Laufflächen und bieten auch im Tiefschnee Stabilität. Allerdings braucht es eine gewisse Übung. Preis je nach Größe 79 Euro bis zu 229,30 Euro für einen Zweisitzer.
Po-Rutscher: Die Scheiben aus Kunststoff haben einen langen Steuergriff. Manche Modelle sind eine einfache Scheibe (Rutschteller). Wegen der begrenzten Steuerungsmöglichkeiten eignen sich diese nicht für die Kleinsten. Für Erwachsene gibt es stabile Modelle (bis 90 Kilo). Perfekt für Spaß im Schnee, aber nicht sehr stabil. Preis zwischen 4,99 und 15,90 Euro.F. ZERHOCH, S. SCHWINDE