Mit VR-Brille erkundete Alois Rainer gestern auf der Grünen Woche in Berlin einen modernen Stall. © cm
Berlin – Dass Bundesagrarminister Alois Rainer (CSU) aus Bayern kommt, spiegelt auch die Halle seines Ministeriums wider. Hoch über den Köpfen der Besucher schwebt auf einem großen Plakat der Watzmann. Nicht nur die Metropolregion Nürnberg hat ihren eigenen Stand, auch der Elektro-Schlepper Onox, an dem die TU München mitwirkt, kommt groß raus. Die bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft zeigt in einer 3D-Visualisierung, wie moderner Stallbau geht.
Für Rainer ist die Grüne Woche eine Premiere als Minister. Zahlreiche Themen warten auf Entscheidungen. So steuert er eine „große, vollumfängliche Lösung“ beim Düngerecht an. Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hatte Nachbesserungen bei der Düngeverordnung verlangt. Vor allem Vorgaben zum Ausweisen von Flächen, auf denen wegen zu hoher Nitratwerte im Grundwasser besondere Beschränkungen fürs Düngen gelten, reichten nicht aus, entschied der 10. Senat. Rainer warb gestern um Geduld. „Wir warten auf die schriftliche Urteilsbegründung.“ Auch die Tierhaltungskennzeichnung bei Fleisch und Wurst lässt auf sich warten. Ein staatliches Logo soll erst 2027 kommen. Der Minister will eine unkomplizierte Lösung. Zum Mercosur-Abkommen erklärte Rainer, dass er die Sorgen der Bauern verstehe. „Ich werde ein waches Auge auf die Einhaltung der Schutzklauseln haben.“ Die Produktqualität der Lebensmittel aus Südamerika könne man kontrollieren. Nicht aber die Herstellungsprozesse. So ehrlich müsse man sein.
Rainer forderte von der Gesellschaft Wertschätzung für die Arbeit der Bauern. „Unsere Landwirtinnen und Landwirte versorgen uns Tag für Tag mit schmackhaften, hochwertigen Lebensmitteln. Ihre Arbeit ist die unverzichtbare Grundlage für einen stets gut gedeckten Tisch.“CM