Ernährungswissenschaftlerin Bianca Meraner daheim beim Kochen. © privat
Genau hinschauen lohnt sich: Saisonale Produkte sind in der Regel günstiger, weil sie natürlich reifen können und die Transportwege kürzer sind. © smarterpix
München – „Viele Menschen greifen aus Kostengründen zu vermeintlich günstigeren und ungesunden Lebensmitteln, obwohl sie sich eigentlich eine gesunde Ernährung wünschen“, erklärt Bianca Meraner, die an der Hochschule Weihenstephan Ökotrophologie (Ernährungswissenschaften) studiert hat. „Doch Sie müssen keine Abstriche bei der Qualität machen und können trotzdem sparen. Günstiger muss nicht gleich ungesünder sein!“, sagt die Expertin mit eigener Praxis (www.essensimpulse.de) in München. Ihre Tipps:
Einkaufen: Los geht‘s in den Geschäften meist mit Obst und Gemüse. „Ich habe einen Saisonkalender, um zu sehen, was saisonal und damit günstiger ist. Im Januar sind das Kohl, Feldsalat und Rote Bete“, sagt Bianca Meraner. Beim Obst setzt sie im Winter auf Äpfel und Birnen. Regionales und Saisonales sei gesünder, weil es hier „zu Ende reifen und mehr Nährstoffe entwickeln kann als Obst oder Gemüse von weit her“. Wer Mandarinen oder Orangen kauft, die nicht Bio-Qualität haben: „Vorm Schälen in einer Lauge aus Essig und Backpulver oder Natron abwaschen. So werden Pestizidrückstände besser entfernt, das ist gesünder für unseren Körper.“
Auch Brot ist im Preis gestiegen. „Versuchen Sie, Brot selber zu backen. Man braucht nur Hefe, Mehl, Wasser und etwas Zeit.“ Beim Bäcker gibt es oft Angebote mit Brot von gestern. „Kaufen und einfrieren.“ Auch Konserven lohnen sich: „Die Eigenmarken sind oft günstiger. Wichtig ist, dass keine Zusatzstoffe im Produkt sind.“ Gesunde Eiweißquellen seien Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Linsen. „Gut lagerbar und eine preiswerte Alternative zu Fleischgerichten. Kochen Sie Bolognesesoße mit roten Linsen statt Hackfleisch.“
Bio-Lebensmittel: Achten Sie auf das Label: „Ware mit dem EU-Bio-Siegel ist häufig günstiger, weil mehr produziert wird. Zertifikate mit höheren Ansprüchen verteuern die Sachen meist.“ Für ein gesundes Frühstück kaufen Sie Haferflocken, Saaten oder Nüsse, „das hält lange satt“. Sparen könne man beim Kauf größerer Mengen, etwa Obststeigen. „Dann die Hälfte einkochen.“
Grundpreis: Die Regel, das Teuerste sei immer auf Augenhöhe im Regal, gelte oft nicht mehr. „Schauen Sie sich besser den Grundpreis an, der am Preisschild oder auf der Packung steht. So sehen Sie, was ein Kilo oder ein Liter kostet, und können vergleichen.“
Nicht täuschen lassen: „Vorsicht bei Schildern wie ,unschlagbarer Preis‘ oder ,Spitzenangebot‘. Wird aber mit ,günstigster Preis‘ geworben, muss der niedrigste Gesamtpreis der letzten 30 Tage als Referenz angegeben werden, um Kunden vor Scheinangeboten zu schützen.“
Lagern: So halten Lebensmittel im Kühlschrank länger: „Die kälteste Stelle liegt unten über dem Gemüsefach. Hier lagern Sie bei 2 bis 5 Grad rohes Fleisch, Fisch und Wurst. Am wärmsten ist es in der Tür, hier gehören Butter und Margarine hin. In die Mitte kommen Milch, Joghurt und Käse.“
Resteverwertung: Nicht so viel wegwerfen. „Braune Bananen in zwei bis drei Zentimeter große Stücke schneiden, einfrieren. Später mit Joghurt mixen, das ergibt ein feines Eis. Schrumpelig gewordenes Gemüse, etwa Paprika, mit Frischkäse pürieren: toller Brotaufstrich. Übrig gebliebenen Reis auf ein Backpapier in den Ofen legen, mit Öl beträufeln, ca. 20 Minuten kross backen. Gut zum Salat! Alte Nudeln: In die Mulden einer Muffin-Backform drücken, Käse und Gemüse dazu, backen. Schmeckt allein oder als Beilage.“