Perfekter Schuss mit der Kamera: Poeplau fotografierte das Polarlicht am Aussichtsplatz beim Spitzingsee. © Ralf Poeplau
Schliersee – Das Farbspektakel hat Ralf Poeplau unvorbereitet erwischt. Dennoch gelangen dem Fotografen aus Schliersee, der beim Miesbacher Merkur arbeitet, tolle Aufnahmen der Polarlichter. Der 52-Jährige verrät, wie man so ein Himmelsschauspiel fotografiert.
Haben Sie die Polarlichter fotografiert?
Ja, obwohl ich vorher nichts davon wusste. Ich habe schon geschlafen. Eine Freundin rief mich an und sagte: „Das musst du dir ansehen.“ Ich stieg sofort ins Auto und fuhr zu einer Aussichtsplattform unterhalb des Spitzingsees. Weil man relativ weit oben ist und weil es dort dunkel ist.
Wie kann man denn so ein Farbspektakel am besten einfangen?
Mit Handys im Nachtmodus lassen sich Polarlichter auch super fotografieren. Ich habe allerdings meine digitale Spiegelreflexkamera benutzt. Da ist die Qualität höher. Zunächst ist es wichtig, dass man die Kamera absolut ruhig hält. Weil ich in der Eile mein Stativ nicht dabeihatte, musste ich improvisieren. Ich habe die Kamera auf eine Gummibärchen-Dose auf mein Autodach gelegt und darunter eine Mütze geschoben, um mein Objektiv etwas weiter nach oben zu bringen. Das hat gut geklappt. Und ich habe den Fernauslöser benutzt, damit nichts wackelt.
Verraten Sie noch ein paar technische Tricks vom Profi?
Ich habe die Blendenöffnung auf zwei eingestellt, damit ich viel Licht einfangen konnte, und mein 18–35 mm mit 1:1,8-Objektiv verwendet. Dann habe ich eine 8,5 Sekunden lange Verschlusszeit genutzt. Damit bleibt die Klappe länger offen, wodurch mehr Licht auf die Linse fällt. Außerdem eignete sich die Einstellung des ISO-Werts 400, was einer hohen Lichtempfindlichkeit des Kamerasensors entspricht. So wird das Bild klarer und es gibt nicht so viele Flecken, ein sogenanntes Rauschen.
Und das Ergebnis?
Ich habe bestimmt 20 schöne Bilder geschossen. Diese zeigen den idealen Moment, als die Polarlichter mit mehreren Farben am Himmel zu sehen waren.