Kabarettist Jochen Busse wird 85 Jahre alt

von Redaktion

Jochen Busse wird am Mittwoch 85 Jahre alt. © dpa

Berlin – Es war während eines Engagements an einer Münchner Kleinkunstbühne, als Jochen Busse als junger Mann endgültig beschloss, Schauspieler und Kabarettist zu werden. Seine Frau habe damals unter großer Anstrengung ihren Doktor gemacht, während er jeden Abend Leute habe zum Lachen bringen dürfen – „also wurde Lachen mein Beruf“, sagte Busse vor einiger Zeit in einem Interview. Dabei blieb er auch – ob auf Kabarettbühnen, als Moderator von „Sieben Tage, sieben Köpfe“ oder als Schauspieler in der ARD-Reihe „Einspruch, Schatz“. Bis heute steht Busse, der am Mittwoch 85 Jahre alt wird, auf der Bühne.

Geboren wurde er am 28. Januar 1941 im nordrhein-westfälischen Iserlohn. Der Vater, laut Busse überzeugter Nationalsozialist und Antisemit, sah für den Sohn eine Karriere als Jurist vor. Doch Busse hatte andere Pläne und ging nach der Schule nach München. Dort nahm er privaten Schauspielunterricht und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch.

Schließlich landete er als Statist bei den Kammerspielen. „Das war ein Großteil meiner Ausbildung, da hab ich am meisten gelernt“, sagte Busse später. Parallel trat er auf verschiedenen Kabarettbühnen auf, am Rationaltheater oder am Düsseldorfer Kom(m)ödchen. 1981 wurde Busse Teil des Ensembles der Münchner Lach- und Schießgesellschaft und blieb es zehn Jahre lang. Parallel war Busse auch immer wieder im Fernsehen zu sehen, zum Beispiel ab 1972 als Kommissar in der ZDF-Serie „Mordkommission“. 1986 bekam Busse seine eigene Sketchshow in der ARD, 1992 startete die Realsatire „Herr Rogler und Herr Busse“. 1996 gelang ihm dann mit der RTL-Show „Sieben Tage, sieben Köpfe“, in der wechselnde Comedians humorvoll auf die Woche zurückblickten, der große Durchbruch.

Privat sorgte Busse, der nach vielen Jahrzehnten in München in Düsseldorf lebt, immer wieder für Schlagzeilen. Vier Ehen hat er hinter sich. Für Aufsehen sorgte 2024 auch ein Blackout, den Busse auf der Bühne hatte. Bei der München-Premiere seines Stücks „Weiße Turnschuhe“ ereilte ihn ein Schub von kopfschmerzloser Migräne, was ihn mitten im Stück außer Gefecht setzte. Tragischerweise geht es in der Komödie ausgerechnet um einen Rentner, der eigentlich noch fit ist, gegenüber einer Versicherungsprüferin aber einen Pflegefall vortäuscht.

Auch 2026 steht Busse wieder an zahlreichen Abenden auf der Bühne, „Weiße Turnschuhe“ ist unter anderem in Stuttgart und Frankfurt am Main zu sehen. „Solange man mich noch will und solange ich noch kann, will ich drehen und auf der Bühne stehen.“

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