Die Versprechen von Olympia: ökologisch, sozial, nachhaltig

von Redaktion

Eine US-Eiskunstläuferin 1956 beim Training. © IMAGO

Die neue Bob- und Rodelbahn in Cortina D‘Ampezzo wird von Umweltschützern als teure Bausünde kritisiert. © ODD ANDERSEN

Mailand – Die Winterspiele von Mailand sollen die nachhaltigsten werden, die es je gab. Ziel sei es auch, über die Förderung von Kultur, Geschlechtergerechtigkeit und der jungen Generation zu einem sozialen Wandel beizutragen, so das Organisationskomitee. Nachhaltigkeit auf ganzer Linie: ökologisch, sozial, wirtschaftlich. Die Kritiker sind skeptisch.

Das Organisationskomitee betont, 85 Prozent der Austragungsstätten seien bereits vorhanden gewesen. Aber ganz ohne Neubauten ging es nicht. Besonders umstritten ist die neue Bob- und Rodelbahn in Cortina d’Ampezzo. Ursprünglich war geplant, bestehende Anlagen im Ausland zu nutzen. Vor allem auf Betreiben der italienischen Regierung kam doch ein Neubau – in einem sensiblen alpinen Gebiet. Dafür musste laut Umweltverbänden auch ein Lärchenwald weichen.

Der Strom für die Spiele soll zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energiequellen kommen. Die Kritiker betonten, dass das Nachhaltigkeitsversprechen an Grenzen stoße. So sei die 100-Prozent-Regel für Strom vielleicht während der Spiele umsetzbar, aber nicht für die vielen Baumaßnahmen im Vorfeld. Ein Problem sind die Besucherströme. Zwar wurde der öffentliche Nahverkehr ausgebaut, doch viele Austragungsorte sind weiterhin nur schwer ohne Auto erreichbar. In Antholz etwa führt nur eine Straße zur Biathlon-Arena. Hier sollen vorrangig Shuttles fahren – über einen neu konzipierten Kreisverkehr. Der Heimatpflegeverband sagt: „Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten.“EPD

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