Figur des Heiligen Blasius auf dem Gnadenaltar in der Basilika Vierzehnheiligen in Bad Staffelstein. © M. Hoch/KNA
Bonn – Schlange stehen in der Kirche? Das klingt wie aus einer anderen Zeit, besuchen doch immer weniger Menschen die Gottesdienste. Anfang Februar jedoch sind solche Ansammlungen keine Seltenheit, denn dann steht der Blasiussegen an. Er ist beliebt und soll vor Halskrankheiten schützen. Sein Namensgeber, der heilige Blasius, gilt auch als Schutzpatron gegen das unpassende Wort. Und dies ist in Zeiten von Spaltung, Cyber-Mobbing und mangelndem Respekt immer aktuell. Der Festtag des Heiligen ist der 3. Februar. Rund um dieses Datum bieten katholische Gemeinden den Blasiussegen an.
Unter denen, die ihn empfangen, sind nicht wenige junge Leute. „Viele junge Menschen sehnen sich nach Zeichen der Zuwendung. Sie hoffen auf himmlischen Beistand, selbst wenn sie das christliche Gottesbild nicht unbedingt teilen. Segensfeiern kommen deswegen generell gut an“, sagt der Bonner Stadtjugendseelsorger Christian Jasper.
Gerade junge Menschen erlebten die Welt zuweilen als trostlos und zerbrechlich, Einsamkeit sei verbreitet. „Kerzen, eine Handauflegung und der persönliche Zuspruch können in dieser Situation ein Zeichen der Hoffnung sein, das viele dankbar annehmen“, meint der Kaplan.
Allerdings seien Glaube und kirchliche Riten auch für viele junge Menschen weniger selbstverständlich geworden. Vieles müsse man heute besser erklären, um beispielsweise ein „magisches Missverständnis“ zu vermeiden, betont Jasper. „Als Jugendseelsorger werbe ich aber dafür, den Blasiussegen nicht als cringe, als peinliche Tradition, abzutun, sondern ihn als Chance zu sehen, sich im Glauben stärken zu lassen.“
Der Blasiussegen ist keine Modeerscheinung, er entstand bereits im 16. Jahrhundert. Ein Priester hält dabei zwei gesegnete, in Form des Andreaskreuzes schräg angeordnete brennende Kerzen vor Gesicht und Hals jedes Einzelnen. Es können auch zwei in sich verschlungene Kerzen sein. Der zu Segnende soll auf Fürsprache des Heiligen vor Halskrankheiten und anderem Bösen bewahrt werden.
Blasius war Bischof von Sebaste, Arzt und Märtyrer – er soll nach grausamer Folter im Jahr 316 enthauptet worden sein. Er gilt als ein vielseitiger Heiliger und ist auch Patron der kroatischen Stadt Dubrovnik, der Blasmusikanten, Weber, Tiere und Ärzte. Blasius gehört wie die heilige Barbara zu den 14 Nothelfern. Er soll sich vor den Christenverfolgern versteckt haben, wurde jedoch entdeckt. Im Gefängnis bewahrte er laut Überlieferung einen Jungen vor dem Ersticken an einer Fischgräte. Daher kommt der ihm zugeschriebene Schutz vor Halskrankheiten. Reliquien (sterbliche Überreste von Heiligen) werden in mehreren Kirchen in Deutschland und auch in Dubrovnik verehrt.L. WITTE