München – Die Sicherheitskonferenz (Siko) in München war in ihrer langen Geschichte stets eine Art Fieberthermometer der globalen Sicherheitslage – und Schauplatz großer Demonstrationen. 2003 protestierten rund 35 000 Menschen gegen den sich anbahnenden Irak-Krieg. Vergeblich, nur kurz nach der Siko, am 20. März, begann die Invasion durch die USA und das Vereinigte Königreich, die mit dem Sturz Saddam Husseins endete.
Auch 2007 schrieb die Konferenz Geschichte. Die Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin, in der er den Westen scharf kritisierte und die bestehende Sicherheitsordnung infrage stellte, sorgte für Aufsehen. Zeitgleich kam es in München zu Protesten gegen Russlands Machtpolitik. 2014 annektierte Putin die Krim. Bei der Siko 2022, kurz vor dem Angriff auf die Ukraine, demonstrierten Tausende in München gegen den drohenden Krieg. Auch vergeblich.
In fast noch frischer Erinnerung ist die Rede von US-Vizepräsident J. D. Vance im vergangenen Jahr, in der er auf der Siko Europa Defizite in Sachen Demokratie und Meinungsfreiheit vorwarf. Die Entfremdung zwischen den USA und Europa schritt seitdem Stück für Stück voran. 2009 hatte der Demokrat Joe Biden, damals Vizepräsident unter Barack Obama, auf der Siko noch den Zusammenhalt zwischen der USA und den Nato-Partnern beschworen.MGS