Forscher: KI hilft bei Diagnose und Therapie

von Redaktion

Berlin – Alzheimer, Parkinson, Epilepsie, Schlaganfall: Hirnerkrankungen gelten als große medizinische Herausforderungen der Zeit. Künstliche Intelligenz könne bei ihrer Diagnose und Therapie sehr hilfreich sein, betonen Experten der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und Funktionelle Bildgebung (DKGN). Die Jahrestagung beginnt am Mittwoch in Augsburg.

Die Leipziger Neurologin Dorothee Saur sagte, der Einsatz von KI könne etwa nach Schlaganfällen sinnvoll sein. So könnten durch eine Computertomografie erzeugte Bilder KI-gestützt ausgewertet werden. „Sie ermöglicht eine optimierte und verbesserte Bildauswertung“, so Saur. Dies sei gerade auch in kleineren Kliniken ohne spezielles Schlaganfall-Zentrum hilfreich. Die Professorin betonte, dass die KI nicht selbst über die Diagnose entscheide, sondern zusätzliche Informationen für eine Weiterbehandlung liefere. So könne etwa eine Rehabilitation präziser geplant werden.

Sensoren mit Anfallsvorhersage

Auch der Direktor der Bonner Klinik für Epileptologie, Rainer Surges, geht davon aus, dass es durch bestimmte Medizinprodukte wie etwa spezielle Handgelenksensoren in ein paar Jahren möglich sei, das Risiko von epileptischen Anfällen vorherzusagen. „Das ist das, was sich die meisten Patienten wünschen“, erklärte Surges.

Bisher bliebe bei Patienten etwa die Hälfte aller Anfälle undokumentiert, weil kleine Anfälle nicht bemerkt würden. „Wir müssen also die Patienten auf Basis unvollständiger Dokumentation beraten.“ Hier könnten eigens entwickelte Handgelenksensoren abhelfen, die etwa die Muskelaktivität, Puls und Atmung messen.

Die bereits existierenden All-in-one-Apps für Menschen mit Epilepsie seien nicht medizinisch geprüft. „Wir wissen nicht, wie gut die sind“, so Surges. 0,5 bis 1 Prozent der deutschen Bevölkerung leidet demnach an Epilepsie, pro Jahr gebe es 30 000 Neuerkrankungen.

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