Spaniens Adel unter verschärfter Beobachtung

von Redaktion

Schwedens Prinz Carl Philip und Sofia. © dpa

Dänemarks König Frederik X., hier auf Grönland, wurde eine Affäre nachgesagt. © dpa

König Juan Carlos (re.) übergab den Thron 2014 an seinen Sohn Felipe VI. © dpa

München – Kleine und große Krisen gibt es in Europas Monarchien immer wieder. Ein regelrechtes Beben in der modernen spanischen Monarchie war die Affäre um Juan Carlos I. (88). Nach seiner Abdankung 2014 zugunsten von Felipe VI. geriet er wegen mutmaßlich intransparenter Finanzgeschäfte und möglicher Provisionszahlungen im Zusammenhang mit einem saudischen Bahnprojekt unter Druck. Spanische und Schweizer Behörden ermittelten, strafrechtliche Folgen blieben letztlich aus – teils wegen Verjährung. 2020 verließ Juan Carlos Spanien in Richtung Abu Dhabi, was als Versuch gewertet wurde, Schaden vom Königshaus abzuwenden. Felipe VI. (58) verzichtete dennoch demonstrativ auf ein mögliches Erbe seines Vaters und strich dessen Apanage. Politisch blieb der Imageschaden erheblich. Zwar ist die Monarchie verfassungsrechtlich fest verankert, doch seither steht sie unter verschärfter Beobachtung.

Auch in Dänemark wurde immer wieder über Reformen diskutiert. Unter Margrethe II. (85) genoss das Königshaus lange hohe Popularität. 2022 entzog sie den Kindern ihres jüngeren Sohnes, Prinz Joachim (56), die Prinzen- und Prinzessinnentitel, was familiäre Spannungen und öffentliche Debatten auslöste. Die Königin begründete den Schritt mit einer notwendigen Straffung der Monarchie. Im Januar 2024 dankte sie ab, ihr Sohn Frederik X. (57) bestieg den Thron. Trotz vereinzelter Schlagzeilen über sein Privatleben – er soll angeblich eine Affäre gehabt haben – gilt die dänische Monarchie weiterhin als stabil und volksnah.

In Schweden rückte Sofia (41), die Ehefrau von Prinz Carl Philip (46), in den Fokus des Epstein-Skandals. Medien berichteten über frühere Begegnungen mit Jeffrey Epstein in New York, die jedoch vor ihrer Zeit als Prinzessin stattfanden. Der Hof bestätigte einzelne Treffen, bestritt aber jede enge Verbindung oder Abhängigkeit. Strafrechtliche Vorwürfe gegen Sofia bestehen nicht. Sie äußerte Mitgefühl mit den Opfern Epsteins und betonte, nichts von dessen Verbrechen gewusst zu haben. Die Debatte blieb in Schweden vergleichsweise sachlich, politische Konsequenzen folgten nicht. Auch unter König Carl XVI. Gustaf gilt das Königshaus weiterhin als stabil.CLAUDIA MUSCHIOL

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