Die Redner auf einen Blick

von Redaktion

Michael Lerchenberg © Schlaf

Bruno Jonas © Klaus Haag

Django Asül © dpa

Max Grießer © MM Archiv

Weiß Ferdl © dpa

München – Der Nockherberg steht für Starkbier – schon im 17. Jahrhundert brauten die Paulaner-Mönche in ihrer Klosterbrauerei oberhalb der Isar Bier. Kurfürst Karl Theodor erlaubte den Geistlichen dann, ihr Bier ganzjährig unters Volk zu bringen. Und er selbst verkostete das Starkbier auch ganz gerne. Als Privatmann Franz Xaver Zacherl die Brauerei 1813 kaufte, wurde die Unterhaltung wichtiger. Die erste Fastenpredigt hielt 1891 der Münchner Humorist Jakob Geis. Er vermeidet es aber, die anwesenden königlich-bayerischen Beamten oder gar den Prinzregenten zu derblecken – er verhöhnt lieber den König von Serbien, die Engländer, Banker in Leipzig. Alle weit, weit weg.

Später macht sich der Volkssänger Weiß Ferdl (1922 bis 1932) vor allem über Frauen und Preißn lustig und hängt der vermeintlich guten alten Zeit nach. Es folgt der Krieg, erst 1950 geht es auf dem Nockherberg weiter – und immer mehr Prominenz will unbedingt dabei sein. Der Roider Jackl derbleckt 1953, von 1954 bis 1979 übernimmt der beliebte Radiomoderator Emil Vierlinger. 1982 bis 1990 steht Walter Sedlmayr am Rednerpult – in seinem ersten Jahr beginnt auch der Bayerische Rundfunk, die Starkbierprobe zu übertragen. Max Grießer (1992 bis 1996) ist der erste Redner, der in Mönchskutte auftritt. Es folgen Erich Hallhuber (1997/98), Gerd Fischer (1999 bis 2002), Bruno Jonas (2004 bis 2006), Django Asül (2007 in Zivil) und 2008 Michael Lerchenberg.

Für den ist 2010 Schluss. Danach liest acht Jahre lang eine Frau den Politikern die Leviten: Kabarettistin Luise Kinseher als „Mama Bavaria“. Ihr Nachfolger Maxi Schafroth ist der Erste, der sich pandemiebedingt durch eine virtuelle Politikerschelte kämpft – und er hat auch sonst wenig Fortune.

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