Die Autoren Stefan Betz und Richard Oehmann (re.). © Matzke
München – In Zeiten der Krisen wächst die Sehnsucht nach einem Helden. Nach einem, der für jedes Problem die passende Lösung findet – oder zumindest den richtigen Reim. Gleich mehrere solcher Figuren wollen die Singspiel-Autoren Stefan Betz und Richard Oehmann am kommenden Mittwoch auf die Nockherberg-Bühne schicken. „Die Welt schreit danach“, sagen sie – und versprechen mit „Wirf das Handtuch, Lindwurm!“ eine Heldenreise, „mystisch, musikalisch und ein bisschen post-apokalyptisch“.
Der rätselhafte Titel klingt zugleich nach Märchenstunde und Rücktrittsforderung. Er stammt aus dem Singspiel, ist eines der Lieblingszitate der Autoren. Trotz des Verweises auf das drachenartige Fabelwesen spielt das Stück nicht im Mittelalter: Auch ein Auto und eine Telefonzelle werden ihren Auftritt haben. Betz und Oehmann fassen das Stück so zusammen: Es bewegt sich im magischen Dreieck zwischen „Alchemie, schwarzer Magie und Fleckentfernung“. Auf der Bühne wird Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW), persifliert von Stefan Murr, diesen Satz zum Besten geben. Für Murr ist es die vierte Runde als Niederbayer Aiwanger.
Auch weitere bekannte Gesichter sind wieder dabei, David Zimmerschied als Kanzler Merz (CDU), Thomas Unger als Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Sie kehren in ihre Rollen aus den Vorjahren zurück.
Doch es gibt auch Veränderungen: Wowo Habdank, bislang Double von Anton Hofreiter (Grüne), wechselt die Rolle und wird zu Innenminister Alexander Dobrindt (CSU). Und Nikola Norgauer, die zuletzt Olaf Scholz parodierte, wird SPD-Chefin und Arbeitsministerin Bärbel Bas aufs Korn nehmen. Rätsel gibt Thomas Limpinsel auf: Zuletzt spielte er Ex-Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne), in diesem Jahr ist seine Rolle noch nicht bekannt.
Welche Herausforderungen die Heldenreise, die unter Martin Probsts musikalischer Leitung „vom Morgengrauen bis in die Nacht“ dauert, für das Politiker-Ensemble bereithält? Geheim! Nur so viel verraten die Singspiel-Autoren: Merz und Söder sind die Hauptfiguren – Merz hat etwas mehr Text. „Er darf einen schönen langen Monolog halten, während er in der Krise steckt“, sagt Oehmann. Ob er die Krise überwindet? Auflösung am Mittwoch.SOPHIA BELLIVEAU