Tote bei Protesten vor US-Konsulat in Pakistan

von Redaktion

Die Reaktionen auf Chameneis Tod sind unterschiedlich, im Iran wächst die Angst vor den Revolutionsgarden

Teheran: Tausende trauerten am Sonntag bei dieser staatlichen Feier um Chamenei. © AFP

In Sydney in Australien feierten Oppositionelle den Angriff auf den Iran. © Gray/AFP

Teheran/Islamabad/Bagdad – Der Tod von Religionsführer Ali Chamenei hat weltweit zu unterschiedlichen Reaktionen geführt. Oppositionelle im Ausland feierten, im Iran selbst sind die Gefühle gespalten. Im Irak und in Pakistan kam es zu gewalttätigen Protesten gegen die USA und Israel.

Als erste Gerüchte über Chameneis Tod kursierten, brachen in Teheran lautstarke Jubelfeiern aus. Die 23-jährige Sadaf, studiert Architektur und lehnt die islamische Staatsideologie ab. „Mit Chameneis Tod sterben hoffentlich auch diese überholten islamischen Sitten“, sagte sie. Menschen schrien vor Freude aus ihren Fenstern, auf den Straßen waren Hupkonzerte zu hören. Der Bankangestellte Ramin sprach vom „Ende all unserer Leiden“. Doch nicht alle teilen die Euphorie. Staatsmedien verbreiteten Aufnahmen mit trauernden Menschenmengen. Es gibt staatlich organisierte Trauerfeiern wie an der Universität in Teheran. Viele Iraner fürchten eine noch schlimmere Militärdiktatur durch die Revolutionsgarden, Ältere, dass ein Regimesturz zu Chaos führen könnte.

Bei Protesten in Südpakistan vor dem Konsulat der USA wurden mindestens neun Menschen erschossen. Hunderte Demonstranten wollten das Konsulat in Karachi stürmen und riefen Parolen gegen die USA und Israel. In einem Online-Video schwor ein Demonstrant Rache für „den Mord an unserem Anführer“. Im Norden Pakistans setzten Demonstranten ein Büro der Vereinten Nationen in Brand. Auch in Iraks Hauptstadt Bagdad versuchten Hunderte, in die US-Botschaft einzudringen. Laut Augenzeugen setzten die Sicherheitskräfte Schlagstöcke, scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer ein.WHA

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