Sorge vor Flächenbrand im Nahen Osten wächst

von Redaktion

Libanon verbietet Hisbollah – Kuwait schießt versehentlich US-Jets ab – Trump schließt Bodentruppen nicht aus

Friendly Fire: Links ein brennender US-Kampfjet nach dem versehentlichen Treffer durch Kuwaits Luftabwehr, rechts ein Pilot, der in Sicherheit gebracht wird. © Screenshot X

München – Der Krieg hat nicht nur die Golfstaaten, sondern auch den Libanon erfasst. Von dort schoss die mit Teheran verbündete Hisbollah-Miliz Raketen auf Israel ab. Die libanesische Regierung erklärte die Hisbollah-Miliz daraufhin für illegal. Damit sind die Milizen offiziell Terroristen. Israels Luftwaffe attackierte gestern erneut massiv Ziele im Zentrum der iranischen Hauptstadt Teheran. Im Iran kamen nach Angaben des Roten Halbmonds bisher mindestens 555 Menschen ums Leben, auch die Ehefrau des getöteten Religionsführers Ali Chamenei sei nun verstorben, hieß es. Israel meldete 15 Verletzte durch einen Raketeneinschlag. Die Zahl der getöteten US-Soldaten stieg auf vier.

US-Präsident Donald Trump schließt Bodentruppen nicht kategorisch aus. Er habe „keine Angst vor Bodentruppen“, sagte er der „New York Post“. „Wie jeder Präsident sagt: ‚Es wird keine Bodentruppen geben.‘ Ich sage das nicht. (…) Ich sage: Wahrscheinlich brauchen wir sie nicht.“ Auch könne die Offensive länger andauern. Zwar liege man „deutlich vor unseren Zeitprojektionen“, sagte Trump. Ursprünglich habe man mit vier bis fünf Wochen gerechnet. Zugleich betonte er jedoch, das Militär habe die „Fähigkeit, weit länger zu gehen“.

In Kuwait stürzten drei US-Kampfjets durch sogenanntes „friendly fire“ ab – die Besatzungen überlebten. Das Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) teilte mit, die kuwaitische Luftverteidigung habe die Jets versehentlich abgeschossen.

In Bahrain stürzten Trümmer einer abgefangenen Rakete auf ein Schiff und lösten ein Feuer aus. Mehrere arabische Staaten, darunter die Vereinigten Arabischen Emirate, bestellten den jeweiligen iranischen Botschafter ein. Frankreich sagte den Golfstaaten Unterstützung zu. Israel bombardierte erneut Hisbollah-Stellungen im Libanon. Die iranischen Revolutionsgarden haben nach eigenen Angaben einen Öltanker mit mutmaßlichen Verbindungen zu den USA in der Straße von Hormus angegriffen.

Auch auf dem EU-Inselstaat Zypern steigt die Anspannung. In der Nacht zum Montag kam es zu einem Drohnenangriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri nahe der Hafenstadt Limassol. Die Drohne sei vom Typ „Shahed“ gewesen. Diese Drohnen werden hauptsächlich im Iran produziert. Griechenland kündigte an, zwei Fregatten sowie zwei F-16-Kampfflugzeuge nach Zypern zu verlegen.

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