Bamberg – Groß waren die Hoffnungen, dass mit Melanie Huml eine ehemalige Ministerin für die CSU in der Studentenstadt Bamberg etwas reißt. Doch das war wohl zu optimistisch gedacht: Die ehemalige Ministerin für Europa, früher Gesundheit, noch früher Umwelt, ist bei der Oberbürgermeisterwahl in Bamberg gescheitert. Sie kam im ersten Wahlgang nach dem vorläufigen Ergebnis nur auf den dritten Platz mit 28,2 Prozent der gültigen Stimmen. Allerdings fiel die Entscheidung knapp aus: Auf Platz eins landete der bisherige zweite Bürgermeister Jonas Glüsenkamp (Grüne) mit 30,3 Prozent, auf Rang zwei schaffte es SPD-Kandidat Sebastian Niedermaier (29,0 Prozent). Beide gehen nun in die Stichwahl.
Spannend war die Wahl, weil Andreas Starke (SPD), seit 2006 Oberbürgermeister in der mit 80.000 Einwohnern fünftgrößten Stadt Frankens, nicht mehr angetreten war. Huml ist seit 2003 im Landtag, 2007 holte sie der damalige Kurzzeit-Ministerpräsident Günther Beckstein als Staatssekretärin in sein Kabinett. Ein Jahr später wurde sie unter Horst Seehofer Ministerin. 15 Jahre lang war sie in den unterschiedlichen Kabinetten, unter Markus Söder verantwortete sie in der Corona-Zeit das sensible Gesundheitsministerium, ehe sich Söder nach der Wahl 2023 für ein neues Gesicht, Judith Gerlach, entschied. Für die 51-jährige Oberfränkin Huml ist die OB-Wahl eine Niederlage von mehreren in ihrer abwechslungsreichen Karriere. Nun bleibt sie wohl Landtagsabgeordnete.DW