Berlin – Das Bundeskartellamt hat die geplante Neuregelung begrüßt, dass Tankstellen künftig nur noch einmal am Tag die Preise erhöhen dürfen. „In der Spitze haben wir an einem Tag bis zu 50 Preisänderungen an der Tankstelle gesehen“, sagte Kartellamtspräsident Andreas Mundt. „Ein wirksamer Preisvergleich wird den Verbrauchern damit fast unmöglich gemacht und die ursprüngliche Idee der Markttransparenzstelle ad absurdum geführt. Nur eine Preiserhöhung am Tag – das bringt Transparenz.“
Infolge des Iran-Kriegs sind die Öl- und Spritpreise stark gestiegen. Kartellamtspräsident Mundt sagte, die Preissetzung der Branche müsse für die Nachfrager nachvollziehbar bleiben. „Wenn Preissenkungen nicht ebenso rasch an die nächste Handelsstufe weitergegeben werden wie Preiserhöhungen, wirft das Fragen auf. Auch zeitweise Entkopplungen von Diesel und Benzinpreisen vom Rohölpreis sind in diesem Zusammenhang zumindest erklärungsbedürftig.“
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) hatte die Neuregelung an Tankstellen damit begründet, dass der „Raketen- und Federeffekt“ durchbrochen werden solle. Dieser beschreibt, dass Kraftstoffpreise bei höheren Rohölkosten extrem schnell steigen – wie eine Rakete – und bei fallenden Kosten dann aber nur so langsam sinken wie Federn.