Die am 13. Oktober 1977 entführte „Landshut“ nach der Landung in Mogadischu in Somalia. © dpa
Friedrichshafen: Die Lufthansa-Maschine „Landshut“ auf dem Weg an ihren künftigen Ausstellungsort. © dpa
Bonn – Die Entführung des Lufthansa-Flugzeugs „Landshut“ im Jahr 1977 und die Geschichte des linken Terrorismus in Deutschland sind Thema eines neuen Buches. Der von der Bundeszentrale für politische Bildung verantwortete Band blickt unter anderem auf die Geschichte der Roten Armee Fraktion RAF und lässt neben Experten auch Zeitzeuginnen und Zeitzeugen zu Wort kommen. Herausgeberin ist die Historikerin Annette Vowinckel. Mit Blick auf die Geschehnisse rund um die Landshut spricht sie von einem „Wendepunkt in der Geschichte der alten Bundesrepublik“.
Die „Landshut“ wurde am 13. Oktober 1977 von einer Gruppe palästinensischer Terroristen entführt, die mit der Tat unter anderem in Deutschland inhaftierte RAF-Mitglieder freipressen wollten. Während des mehrtägigen Irrflugs erschossen die Terroristen den Piloten der Maschine, Jürgen Schumann.
Am Bodensee soll ein Lernort entstehen
In der Nacht vom 17. auf den 18. Oktober 1977 wurde das inzwischen auf dem Flughafen von Mogadischu in Somalia gelandete Flugzeug von der Antiterroreinheit GSG9 gestürmt – eine Spezialeinheit, die nach dem Anschlag auf israelische Sportler im Jahr 1972 bei den Olympischen Spielen in München gegründet worden war. Drei der vier Geiselnehmer der Lufthansa-Maschine kamen bei dem GSG9-Einsatz ums Leben, alle Passagiere blieben unversehrt. Die Befreiung der „Landshut“ ist Teil des sogenannten Deutschen Herbstes, an dessen Ende der Staat in der Konfrontation mit der RAF die Oberhand behielt.
Das Flugzeug selbst steht inzwischen in Friedrichshafen am Bodensee. Dort soll 2027, 50 Jahre nach den Ereignissen, ein Lernort seine Pforten öffnen. Die Federführung für das Projekt liegt bei der Bundeszentrale für politische Bildung. Über die Bundeszentrale kann auch die Neuerscheinung „Landshut 1977. Linksterrorismus in der Bundesrepublik“ bestellt werden.KNA