Mit Robert Kopp (li.) und Peter Reichl (Münchner Blaulicht).
Großer Spaß: Wachtveitl (li.) und Nemec am Freitagabend. © Marcus Schlaf (3)
Auf der Bühne: Miroslav Nemec (li.), Udo Wachtveitl und Stefanie Thyssen.
Wer verbringt seinen Abend freiwillig in der Gerichtsmedizin – mit Seziertisch und chirurgischem Gerät? In München sind es am Freitag über 400 Krimi-Fans. Sie drängen in den Sektionshörsaal an der Nußbaumstraße, um ihre Lieblingskommissare zu sehen: Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl alias Ivo Batic und Franz Leitmayr. Der Polizeiverein Münchner Blaulicht hatte zu einer Lesung geladen. Mit dabei ist auch Stefanie Thyssen, Redakteurin unserer Zeitung, die aus Anlass des Abschieds ein Buch über die Ermittler geschrieben hat.
Im Gespräch mit Moderator Tobias Kurzmaier, der charmant durch den Abend führte, erzählt Wachtveitl, dass es Ende der Achtzigerjahre erste Gerüchte gab, dass sie die neuen Münchner „Tatort“-Kommissare werden könnten. Die Schauspieler kannten einander flüchtig. Beide wurden vom BR zum Essen eingeladen – und gingen davon aus, dass nur einer die Rolle bekommen würde. „Wir dachten, wir müssen gegeneinander antreten wie zwei Zirkuspferde“, so Wachtveitl. „Ich rief Miro an und sagte: ,Da sollten wir nicht hingehen, das sollten wir boykottieren.‘“ Nemec grinst. „Und ich hab’ gesagt: ,Wir sollten hingehen, da gibt es gratis Essen.‘“
Für einen der vielen weiteren Lacher sorgt am Ende noch der Moderator. Mit Blick auf die letzten beiden Folgen sagt Kurzmaier: „Wir dürfen nicht zu viel erwarten.“ Irritierte Blicke. „Ich meine natürlich: nicht zu viel verraten!“ Denn ob Batic und Leitmayr den Serientod sterben, bleibt vorerst ihr Geheimnis.JANINA VENTKER