Howdy Mr. Söder!

von Redaktion

Zum Auftakt seiner US-Reise wird der Ministerpräsident auf einer Ranch empfangen – mit der örtlichen Tracht

Original und Kopie? Oben Larry Hagman aus der Fernseh-Saga Dallas. Links Markus Söder, der sich mit Cowboy-Hut auf einer Ranch fotografieren lassen möchte. © imago/dpa

Houston – Immerhin. Es dauert geschlagene 16 Minuten, bis Markus Söder einen Cowboy-Hut auf dem Kopf hat. Wieder einmal entstehen bei einer seiner Reisen Bilder, die ihn noch eine Weile begleiten werden. Anders als bei früheren Trips legt es Söder gar nicht allein auf die Bilder an. Es geht tatsächlich viel um Technologie, Wissenschaft und Wirtschaft. Nur der Auftakt entspricht dem Klischee.

Die George Ranch vor den Toren Houstons wurde 1824 gegründet, heute kann man sie für Events buchen. Eingeladen hat der deutsche Botschafter Jens Hanefeld, der anlässlich Söders Visite für zwei Tage dem schwierigen Klima in Washington entfliehen durfte. Die Besucher tragen Cowboyhüte, die Damen Stiefel. Das BBQ-Buffet ist in einem Holzhaus aufgebaut, das einst als Post diente. Eine Dixi-Band spielt „Miles and Miles of Texas“. An der Wand mahnen Aufschriften, nicht zu lasziv zu tanzen und nicht zu fluchen. Bin am Eingang erklärt ein Schild, dass Schusswaffen nicht erlaubt sind.

Der Besuch auf der Ranch ist sicher nicht der wichtigste Teil der Reise, wie Söder selbst zugibt. „Aber er gehört einfach dazu.“ Wer nach München fahre, bekomme Hendl und ein Bier. Hier treffe man sich eben auf der Ranch zum Barbecue. Botschaft Hanefeld findet das ganz wichtig: „Die Washington-Bubble ist nicht alles, auch wenn sie das manchmal denkt.“

Bei den Gästen auf der Ranch, darunter viele Deutsche, kommt das gut an. Zumal Söder ins gleiche Horn stößt. Texas und Bayern, beide im Süden, beide landwirtschaftlich geprägt, aber mit moderner Technologie. Von den Gastgebern bekommt der Ministerpräsident eine Gürtelschnalle mit dem Stadtsiegel geschenkt. Und anders als sonst, drückt Söder die Gabe nicht irgendeinem Mitarbeiter in die Hand, sondern steckt sie ein. Den ut setzt er auf, wenn auch nur für kurze Zeit.

Texas, daran erinnert der Ministerpräsident, war auch eines der großen Ziele von deutschen Auswanderern in die USA. Rund zehn Prozent der Texaner haben deutsche Wurzeln. Auch wenn die Tradition vor allem während zweier Weltkriege ein wenig verloren ging. Ein bisschen erinnert man sich immer noch daran.MIKE SCHIER

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