Die Wahrheit über Cholesterin

von Redaktion

Nahrungsergänzungsmittel haben kaum einen Effekt, will man den Cholesterinspiegel senken. © imago

Bemalte Eier sind Tradition an Ostern. © smarterpix

Eier beim Backen: Sie sind cholesterinreich, liefern aber auch hochwertiges Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Im Dotter stecken Lecithin und Cholesterin, das Eiklar besteht primär aus Wasser und Proteinen. © smarterpix, A. Gildemeister

München – Professor Ulrich Laufs ist Direktor der Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig und Leiter der dortigen Lipidambulanz. In seinem aktuellen Buch „Runter mit dem Cholesterin“ erklärt er, wie man seine Blutfettwerte im Griff behält und die Arterien vor Verkalkung schützt.

■ Lebensnotwendig

Cholesterin ist ein Lipid (Fachbegriff für Fett), das als lebensnotwendiger Baustoff für Zellen, Hormone und Gallensäure dient. Zu viel Cholesterin im Blut schädigt allerdings die Gefäße, verursacht Verkalkungen und führt zu Herzinfarkt und Schlaganfall. Besonders schädlich für die Gesundheit sind das LDL-Cholesterin, das Lipoprotein(a) und die Triglyceride.

■ Leber als Fabrik

Die meisten denken bei Cholesterin an Lebensmittel. Doch man ist nicht, was man isst! Nur ein kleiner Teil wird über die Nahrung aufgenommen, etwa über Eigelb, Butter, (fettreiches) Schweinefleisch, Käse und Vollmilch. Heißt: Bei einem Erwachsenen gelangen pro Tag im Durchschnitt 200 bis 400 Milligramm Cholesterin durch die Nahrung in den Körper. Etwa 80 Prozent des Cholesterins werden im Körper selbst produziert. Die Leber ist die Hauptfabrik, aber auch einzelne Zellen können Cholesterin herstellen. Ein Viertel des Körpercholesterins befindet sich übrigens im Gehirn.

■ Gefäßverkalkung

Eine Gefäßverkalkung (Atherosklerose) ist ein jahrelanger komplexer Prozess. Cholesterin und andere Substanzen sammeln sich an den Gefäßwänden an. Vor allem ein Überschuss an LDL-Cholesterin kann zu Ablagerungen (Plaques) führen. Dadurch verengen sich die Arterien, die Durchblutung wird erschwert.

■ Wichtige Werte

LDL-Cholesterin lagert sich ab, wenn es zu hoch konzentriert im Blut vorhanden ist. Zu hoch sind die Werte bei einem gesunden Erwachsenen, wenn das Gesamtcholesterin über 200 mg/dl liegt, LDL-Cholesterin über 116 mg/dl. Bei Triglyzeriden gilt: Gut ist ein Wert unter 150 mg/dl.

■ Die leise Gefahr

Erhöhte Werte bleiben lange unbemerkt, weil sie keine Schmerzen verursachen. Doch sie können die Gefäße dauerhaft schädigen. Schlimme Folgen: Herz- und Gefäßkrankheiten. Sie sind in Deutschland die häufigste Ursache für vorzeitiges Sterben, vorrangig durch Herzinfarkt, Herzmuskelschwäche und Schlaganfall.

■ Fleisch – ja oder nein?

Fleisch ist nicht grundsätzlich schlecht für den Cholesterinspiegel. Ausschlaggebend sind Fettqualität, Verarbeitungsgrad und Zubereitung. Huhn, Pute oder mageres Rind enthalten wenige gesättigte Fette, mehr ungesättigte Fettsäuren und haben keinen wesentlichen Effekt auf den Cholesterinspiegel. Verarbeitetes Fleisch (Salami, Speck, Wurst) enthält oft Transfette, Nitrite, Salz und Konservierungsstoffe, die Gefäßentzündungen fördern und ein hohes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bilden.

■ Risiko Alkohol

Alkohol hat pro Gramm etwa sieben Kilokalorien, ähnlich viele wie Fett. Er schädigt vor allem die Leber, die Cholesterin, Fette und Zucker reguliert. Deshalb sollten Sie Alkohol möglichst meiden.

■ Nahrungsergänzung

Etliche Präparate versprechen ein Absinken des Cholesterins. Doch in einer Studie führte keines der Nahrungsergänzungsmittel wie Fischöl, Zimt, Knoblauch, Kurkuma, Pflanzensterine oder roter Reis zu einer signifikanten Verringerung.

■ Passende Arznei

Früher wurden Cholesterinsenker zur abendlichen Einnahme verordnet, da sie dann besser wirkten. Bei den modernen Statinen wie Atorvastatin und Rosuvastatin spielt das keine Rolle mehr. Wichtig ist die Regelmäßigkeit! Prof. Ulrich Laufs empfiehlt: Morgens nach dem Zähneputzen einnehmen.

Runter mit dem Cholesterin

Das Buch „Runter mit dem Cholesterin. Der Plan für optimale Blutfettwerte und gesunde Gefäße“ (176 Seiten; 20 Euro) von Prof. Ulrich Laufs ist bei Stiftung Warentest erschienen.

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