Bisher gibt es vier anerkannte Minderheiten

von Redaktion

München – In Deutschland gibt es vier nationale Minderheiten: die Dänen, die in Schleswig-Holstein leben, die Friesen, beheimatet auch in Schleswig-Holstein sowie in Niedersachsen. In der Ober- und der Niederlausitz in Sachsen sind die Sorben angesiedelt. Und über fast ganz Deutschland verteilt ist die Gruppe der Sinti und Roma. Sie alle haben laut Bundesinnenministerium eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte, was sie vom deutschen „Mehrheitsvolk“ unterscheide. In der Regel sind sie seit Jahrhunderten in Deutschland zu Hause. Die Menschen haben meist die deutsche Staatsbürgerschaft und werden nicht als Angehörige der Minderheit erfasst.

In zwei EU-Übereinkommen ist der besondere Schutz von Minderheiten und ihrer Sprachen festgeschrieben. Weiterhin werden in Deutschland Dänisch, Friesisch, Sorbisch und das Romanes der Sinti und Roma gesprochen und gefördert. An verschiedenen Schulen in den Siedlungsgebieten wird auch die jeweilige Sprache unterrichtet. Die Gruppen pflegen ihre kulturelle Identität, organisieren Feste und Veranstaltungen. Vom Bund und den Ländern erhalten sie dafür finanzielle Unterstützung. Die Minderheiten sind in Verbänden und Vereinen organisiert. Bei den Friesen sind es laut dem BMI acht Stück – vom „Friesenrat Sektion Nord“ über die „Ostfriesische Landschaft“ bis zum „Heimatverein Saterland“.

Vielen Bundesbürgern bekannt ist der dänische „Südschleswigsche Wählerverband“, kurz SSW, der im Landtag von Kiel (seit 1958 ohne Unterbrechung) und mit einem Sitz im Bundestag (seit 2021) vertreten ist. Für Parteien nationaler Minderheiten gilt die Fünf-Prozent-Klausel nicht (Minderheitenprivileg).

Die Sorben haben ganz unterschiedliche Vertretungen wie ein Institut, eine Stiftung und einen Jugendverein. Wesentliche sorbische Zentren sind Bautzen und Dresden. Die Sinti und Roma werden von einem Zentralrat vertreten und betreiben ein Dokumentations- und Kulturzentrum, beides in Heidelberg.PATRICK GUYTON

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