Neue Pinakothek ist maroder als gedacht

von Redaktion

Seit 2019 wird die Neue Pinakothek saniert. Und immer wieder tauchen neue Probleme auf. © Bauamt

München – Seit Januar 2019 ist die Neue Pinakothek für Besucher geschlossen. 2021 startete die Generalsanierung – und Leserin Johanna Smitzek (76) aus Holzkirchen fragt sich, wann man den Kunsttempel wieder besuchen kann. Sie sagt: „Er fehlt mir so! Ich habe langsam das ungute Gefühl, er soll vergessen werden.“

Die 1981 eröffnete Neue Pinakothek liegt im Kunstareal in der Maxvorstadt und gehört dem Freistaat Bayern. Die Sanierung wird vom Freistaat durch das Staatliche Bauamt München ausgeführt. Ende 2018 hieß es, saniert werde „bis voraussichtlich 2025“. Laut Bauamt werden „die technische Gebäudeausrüstung und Sicherheitstechnik erneuert und gleichzeitig Nutzungsanforderungen, Nachhaltigkeit sowie Denkmalschutz berücksichtigt“. Dann wurde Anfang 2024 bekannt, dass das Museum erst Ende 2029 wiedereröffnet werden soll – und aktuell ist auf der Projekt-Webseite (sanierung-neue-pinakothek.de) von 2030 die Rede.

Bauamts-Chef Eberhard Schmid aufAnfrage: „Bauen im Bestand bringt auch bei bester Planung und Vorbereitung unvorhersehbare Herausforderungen mit sich.“ Nach der Entkernung habe man bei der Vermessung eine andere Gebäudesubstanz festgestellt als in der Planung angenommen. „Zum Beispiel war die Betonqualität aus den 1970er-Jahren wesentlich schlechter.“ Zudem seien „deutlich mehr Schadstoffe“ (wie Asbest) verbaut worden, als vorab bei den Untersuchungen erkennbar war. Die Entsorgung dieser Stoffe sei zeitintensiv. Laut Schmid hat der Haushaltsausschuss des Landtags 305 Millionen Euro für die Baumaßnahme genehmigt. „Die letzte Kostenerhöhung ist zum größten Teil auf die Indizierung der durch die stark gestiegenen Baupreise zurückzuführen.“ Die wichtigsten Werke sind derzeit etwa in der Sammlung Schack (Prinzregentenstraße 9) oder im Ostflügel der Alten Pinakothek zu sehen.REGINA MITTERMEIER