Vitamine als Tabletten: Was nutzt, was nicht? © smarterpix
München – Vitamine und Mineralstoffe: Das rät Fabian Ludwig von der Marien-Apotheke in Krailling:
■ Vitamin D
Vitamin D ist eines der meistverkauften Nahrungsergänzungsmittel. Kein Wunder: In Deutschland reicht die Sonneneinstrahlung von etwa November bis Februar nicht aus, damit der Körper selbst genügend Vitamin D bildet. „Es gehört zu den fettlöslichen Vitaminen und sollte immer zu einer fettreichen Mahlzeit eingenommen werden“, sagt Fabian Ludwig. Auch die Kombination mit Vitamin K spielt eine wichtige Rolle. Vitamin K – vor allem Vitamin K2 – bringt Calcium in die Knochen. „Gerade bei Menschen mit Osteoporoserisiko oder bei längerer Vitamin-D-Einnahme ist Vitamin K2 sinnvoll, weil es den Knochenstoffwechsel unterstützt.“
Drogerien bieten meist niedrig dosierte Präparate mit 500 Internationalen Einheiten (I.E.) an. In Apotheken sind deutlich höhere Dosierungen von 1000 bis 4000 I.E. erhältlich. Entscheidend ist jedoch die individuelle Ausgangslage. „Wichtig ist die richtige Dosierung – und die hängt vom Blutwert ab“, betont Ludwig. Zunächst also den Wert beim Hausarzt bestimmen lassen und anschließend gezielt supplementieren. Denn eine dauerhaft zu hohe Dosierung kann zu gesundheitlichen Problemen führen.
■ Zink & Vitamin C
Bei Zinkpräparaten liegt der Unterschied zwischen Apotheke und Drogerie vor allem in der Beratung. „Zu hohe Zinkmengen über Monate können die Blutbildung beeinflussen“, warnt Ludwig. Als Obergrenze gelten 25 Milligramm täglich maximal über drei Monate. Vitamin C hingegen gilt als deutlich unkritischer. „Da kann man nicht viel falsch machen“, weiß Ludwig. Günstige Präparate aus der Drogerie seien ausreichend. Wer empfindlich auf hohe Einzeldosen reagiert, profitiert von Retardpräparaten aus der Apotheke. Sie geben das Vitamin über den Tag verteilt ab.
■ Magnesium
Magnesium wird bei Muskelkrämpfen oder sportlicher Belastung eingesetzt. Der tägliche Bedarf liegt bei 300 Milligramm, Sportler benötigen mitunter bis zu 400 Milligramm. Bei vielen Produkten aus der Drogerie ist die Art der Magnesiumverbindung allerdings nicht klar deklariert. Häufig handelt es sich um Magnesiumcitrat – eine günstige, gut lösliche Form, die bei empfindlichen Menschen jedoch Magen-Darm-Beschwerden verursachen kann. „In der Apotheke empfehlen wir verträglichere Verbindungen wie Magnesiumoxid oder Magnesiumbisglycinat“, erklärt Ludwig. „250 Milligramm täglich sind ausreichend – allerdings höchstens über drei Monate hinweg.“ Andernfalls können Übelkeit oder Kopfschmerzen auftreten.YW