Lauterbach gibt Tipps für Fitness

von Redaktion

Berlin – Um fit zu bleiben, setzt der frühere Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) auf Kniebeugen, Liegestütze und Co. „Ich konzentriere mich auf einfache Bewegungen. Ich mache Kniebeugen und Liegestütze, seitliches Beinheben, Ausfallschritte und Crunches, früher nannte man das Klappmesser. Damit trainieren Sie alle großen Muskelgruppen und brauchen keine Geräte“, sagte der 63-Jährige dem „Spiegel“.

Er habe keine Zeit, mehrmals in der Woche ins Fitnessstudio zu gehen. Kraftsport im Alter helfe, die Mobilität zu erhalten. Es gebe zwei Risikofaktoren, die dazu führten, dass jemand immobil werde und ein erhöhtes Pflegerisiko habe: „Das sind der Abbau von Muskelmasse und Knochenschwund“, sagte Lauterbach. Kraftsport schütze zudem vor Demenz und Diabetes und habe positive Auswirkungen auf die Psyche, sagte Lauterbach. „Man sollte aber nicht Kraft- gegen Ausdauersport ausspielen. Die Kombination von beidem hat den größten Effekt.“

„Krafttraining und Ausdauer kombinieren“

Ebenfalls am Wochenende gab der frühere Profisportler und heutige Prorektor der Deutschen Hochschule für Prävention und Gesundheitsmanagement, Thomas Wessinghage, Tipps für Fitness in fortgeschrittenen Jahren. Spätestens ab 50 sollten Menschen Kraft- und Ausdauersport betreiben, sagte Wessinghage der „Welt am Sonntag“. Ausdauerbelastungen sorgten dafür, dass Menschen vor allem vor Herz-Kreislauf-Ereignissen geschützt seien, also vor Herzinfarkt und Schlaganfall. Außerdem werde ein gutes Immunsystem aufgebaut, etwa gegen Corona und andere Infekte. „Ausdauertraining sorgt auch für eine gute Demenzprophylaxe, also den Erhalt der geistigen Fähigkeiten.“ Auch beuge es Depressionen, Angststörungen und Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus Typ 2 vor.

Dass Nichtsportler in einem gewissen Alter mehr Kraft benötigen, merken sie Wessinghage zufolge etwa beim Heben oder Treppensteigen. „Und das beschleunigt sich, zum Beispiel bei Frauen, ausgelöst durch die Menopause, die in der Regel im fünften Lebensjahrzehnt einsetzt und im sechsten Lebensjahrzehnt zu einem massiven Rückgang der Muskelkraft führt.“ Arme und Beine könnten dünner werden, der Körper könne eine gebeugtere Haltung einnehmen und die Knochenstruktur leiden. „Großes Stichwort: Osteoporose, die vor allem Frauen, aber in geringerer Anzahl auch Männer betrifft und dann so weit führt, dass im fortgeschrittenen Alter, also jenseits der 80, schwere Knochenbrüche aufgrund von Stürzen fast zur Regel werden“, erklärte der Fachmann. In Deutschland gebe es pro Jahr insgesamt über 200.000 Oberschenkelfrakturen.

Zwar spiele auch die Genetik eine wichtige Rolle beim gesunden Altern. Aber die Menschen könnten Lebenserwartung und -qualität stark durch ihren Lebensstil beeinflussen. „Unser modernes digitales Leben ist ein Angriff auf unseren Körper, der sich bewegen muss – und möchte“, so Wessinghage. „Unser Körper hat sich mit der Digitalisierung nicht automatisch auf 2.0 upgegradet, sondern hat steinzeitliche Bedürfnisse.“LETICIA WITTE

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