HINTERGRUND

Zahl der Gruppenvergewaltigungen in Bayern steigt

von Redaktion

Ein Blick in die Daten der Kriminalstatistik – Häufig nichtdeutsche Tatverdächtige, hohe Aufklärungsquote

München – Es sind brisante Zahlen, denn sie eignen sich, Wut und Vorurteile zu schüren. Aber wer die Daten ignoriert, schließt die Augen vor einer realen Entwicklung. Aus detaillierten Daten des Innenministeriums geht hervor, dass die Zahl der Gruppenvergewaltigungen auch in Bayern spürbar gestiegen ist. Oft haben die Täter Migrationshintergrund.

91 Fälle von Vergewaltigungen mit mehr als einem Täter wurden 2025 landesweit registriert (2024: 80), gut die Hälfte davon in Oberbayern, meist München. 85 Prozent der bekannten Taten wurden aufgeklärt. In den meisten Fällen wurden „nichtdeutsche Tatverdächtige registriert“, so heißt es in der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion: 58,2 Prozent. 41,8 Prozent sind deutsche Staatsangehörige. Bei den Nationalitäten der Tatverdächtigen liegen Afghanistan (11 Prozent), Syrien (8,5 Prozent) und mit kleineren Anteilen Irak und Iran vorne. Unerlaubt im Land hielt sich einer der 153 Tatverdächtigen auf. Zahlen oder die umstrittenen Vornamen-Analysen, die unter den deutschen Staatsbürgern auf Migrationshintergrund und Einbürgerung schließen lassen, legte das Ministerium auf die AfD-Anfrage nicht vor. Die Fraktion erfragt die Daten inzwischen jährlich.

Ein Blick in die Opfer-Statistik: Von 91 erfassten Opfern (82 weiblich) sind 35 unter 18 Jahren, 20 unter 21 Jahren, weitere 36 sind älter. Die deutsche Staatsbürgerschaft haben 79 Prozent der Opfer, gefolgt von Ukraine (3,3), Slowakei (2,2) und Afghanistan (2,2).

Oft sind bei Gruppenvergewaltigungen Alkohol und Drogen im Spiel. Laut den bayerischen Zahlen sind das 15 beziehungsweise 11 Prozent der Fälle, bei denen – alle! – Tatverdächtigen unter Alkohol oder Drogen standen. Gut 40 Prozent der Opfer waren unter Alkoholeinfluss (Drogen: 18 Prozent).

Direkte Vergleichsdaten der anderen Bundesländer gibt es noch nicht vollständig. 2024 meldeten Bayern 80, NRW 219 und Berlin 123 Gruppenvergewaltigungen.

Die politische Einordnung der Zahlen: Man habe „dank hervorragender Ermittlungsarbeit seit Jahren sehr hohe Aufklärungsquoten“ im Bereich der Sexualstraftaten, betonte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) unlängst. Der AfD-Abgeordnete Markus Walbrunn sieht einen klaren Zusammenhang zwischen Flüchtlingszahlen ab 2015 und den Daten: „Gruppenvergewaltigungen sind ein Deliktsbereich, der in Deutschland noch vor zehn Jahren praktisch nicht existierte.“CD

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