Warken: ePA soll Patienten ans Impfen erinnern

von Redaktion

Köln – Patientinnen und Patienten sollen künftig häufiger ans Impfen erinnert werden. „Die elektronische Patientenakte eröffnet eine neue Chance für die Impfprävention, insbesondere durch strukturierte Einladungs- und Erinnerungssysteme, die wir dort implementieren wollen“, sagte Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) am Dienstag auf einer Konferenz in Köln. „Wir wissen nämlich: Erinnerung erhöht die Impfquote deutlich.“

Zudem sollen Apotheker mehr Impfstoffe verabreichen dürfen. „Damit schaffen wir zusätzliche niedrigschwellige Angebote im Alltag“, sagte Warken. Das Bundeskabinett hat die entsprechenden Gesetzespläne bereits auf den Weg gebracht. Aus der Ärzteschaft kommt Kritik. Unter anderem sieht sie die Qualität beim Impfen in Gefahr.

„Luft nach oben“ bei den Impfquoten

Warken zeigte sich mit den derzeitigen Impfquoten teilweise unzufrieden. So unterschritt Deutschland mit einer Masern-Impfquote von 78 Prozent bei den Zweijährigen die Zielmarke der Weltgesundheitsorganisation von mindestens 95 Prozent. Auch bei der HPV-Impfung gebe es „Luft nach oben“. Zudem hätten sich zuletzt nur 34 Prozent der Über-60-Jährigen gegen Influenza impfen lassen. „Ein historisch niedriger Wert“, warnte Warken. Für ein Land mit einer alternden Gesellschaft sei das im Sinn der Prävention nicht ausreichend. „Wir müssen das lebensbegleitende Impfen deutlich stärken.“ Dafür müssten Vertrauen gestärkt und Zugänge verbessert werden.

Auf der Nationalen Impfkonferenz tauschen sich Experten zum Thema Impfen aus. Die Konferenz findet seit 2009 alle zwei Jahre in einem anderen Bundesland statt. In diesem Jahr geht es um Kommunikationsstrategien, die Impfprogramme unterstützen sollen.

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