Urlaubsglück ganz ohne Fliegen

von Redaktion

Man muss nicht fliegen, um einen wunderschönen Urlaub zu verbringen. Die Nummern im Text entsprechen den Nummern in den runden Fotos unserer Redakteurinnen und Redakteure. © Fotos: panther media, imago, dpa, Andreas Mayr, Klaus Haag, Marcus Schlaf, mauritius, privat

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Wie in der Karibik, nur schöner (1)

Wie ein Fjord liegt er zwischen den steilen Berghängen des Zwiesel und des Spießbergs in Tirol; im Hintergrund ragen massive Felswände in den Himmel. Dazwischen schimmert das Wasser in einem satten Türkisgrün, das man sonst eher aus Sardinien und der Karibik kennt. Der Plansee in Österreich, nahe der deutschen Grenze, ist ein Highlight für Seeliebhaber. Auf jeden, der dort Urlaub macht, warten nicht nur kristallklares Wasser, sondern auch viele Wanderrouten rund um den See – entspannt direkt am Ufer entlang oder auf anspruchsvollen Touren wie zum Zunterkopf. Für geschichtlich Interessierte lohnt sich auch ein Ausflug in die nahe gelegenen Burgenwelten Ehrenberg, eine Anlage aus dem 13. Jahrhundert.

Im nahe gelegenen Reutte gibt es zahlreiche Unterkünfte. Direkt am See gibt es zwei Campingplätze, darunter den Seespitz. Anreise: Mit dem Auto geht es über die A95 und B2 in rund anderthalb Stunden (ca. 115 Kilometer) von München zum Plansee.JULIAN LIMMER

Freundschaft auf Asphalt (2)

Seit Jahren mache ich jedes Jahr eine Woche Urlaub mit meinem besten Kumpel. „Wohin fliegen wir diesmal?“, lautete lange die entscheidende Frage. Doch diese Strategie haben wir geändert – und fahren nur noch mit dem Auto. Letztes Jahr etwa bis nach Schweden. Der ganz große Vorteil ist die gemeinsame Zeit: Über Lübeck und den Fehmarnbelt ging unsere Reise nach Malmö, dann weiter bis zur Insel Gotland – und zurück über Växjö und Kopenhagen. Dorthin hätte man auch fliegen können. Aber dann hätten wir nicht unterwegs in kleinen Dörfern Zimtschnecken essen oder abends in Naturseen baden können – auch die Bierprobe bei einem Ukrainer wäre nie passiert. Die unerwarteten Stopps waren die besonderen Erlebnisse. Und wer sich nach tausenden Kilometern im Auto immer noch stundenlang unterhalten kann, der will vielleicht auch gar nicht schnell ankommen.ANDREAS THIEME

Wildes Kanada in Bayern (3)

Ein Stück Wildnis, mitten in Bayern. Nicht nur für Kanuten ist das Tal des Schwarzen Regen eine Reise wert. Auch Wanderungen mit herrlichem Ausblick auf den wildromantischen Fluss sind ein tolles Naturerlebnis und mit kleineren Kindern sehr gut machbar. Und wenn die Füße müde werden, lädt die Waldbahn zum Einsteigen ein, die sich durch die Tiefen des Bayerischen Waldes schlängelt. Naturnah absteigen lässt es sich im Adventure Camp Schnitzmühle in Viechtach, von München aus in etwa zwei Stunden über die Autobahn 92 erreichbar. Die etwa zwei Hektar große Anlage liegt direkt am Schwarzen Regen und bietet sowohl einen Campingplatz für sämtliche mobile Behausungen als auch originelle Zimmer und Häuser samt Restaurant und Spa Treatments. Mit dem Kanuverleih Bayerwald, der sich in direkter Nachbarschaft befindet, geht es auf große Fahrt. Ahoi!DANIELA POHL

Paradies im Staffelsee (4)

Sie ist ein wahres Juwel, mitten im Staffelsee gelegen: die Insel Buchau im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Genauer gesagt: die Camping-Insel. Ein Paradies für Wasser- und Naturliebhaber, die zum Urlaubmachen nicht viel brauchen. Wer einen Ort mit Alpenblick sucht, an dem die Zeit gefühlt stillsteht, ist hier genau richtig. Autos dürfen nicht auf die Insel, auch Räder oder Hunde sind nicht erlaubt – Buchau liegt im Naturschutzgebiet. Dem Abenteuercharakter der Insel entsprechend darf man sein Zelt aufschlagen, wo man möchte. Feste Plätze gibt es nicht. Zu erreichen ist das kleine Paradies mit der Personenfähre ab Seehausen, ansonsten mit dem eigenen Kanu oder Schlauchboot. Die Saison beginnt am 15. Mai. Gebucht werden kann unter buchau-campinginsel.de. Für Erwachsene kostet die Nacht sieben Euro, Kinder unter sechs sind frei. Dazu kommt der Zeltpreis: zwischen sechs und acht Euro, je nach Größe. In jedem Alter ein unvergessliches Abenteuer!LEA SCHÜTZ

Leichtes Weitwandern am Lech (5)

Es muss nicht gleich der Jakobsweg sein – zum Weitwandern empfehle ich den Lech. Als einer der letzten wilden Alpenflüsse zieht er seine türkisblauen Bahnen durch das Lechtal, das immer noch ein Geheimtipp ist. Der 125 Kilometer lange Weg startet am Formarinsee bei Lech am Arlberg und endet beim Lechfall in Füssen im Allgäu. Er lässt sich sportlich in sieben Tagen und gemütlich in elf Tagen erwandern. In gesamter Länge wird er heuer ab 18. Juni freigegeben, ab Mitte Mai ist die verkürzte Frühjahrsvariante ab Steeg im Lechtal geöffnet. Genial: Der gesamte Wanderweg ist an den öffentlichen Bus angeschlossen, so kann man mit leichtem Gepäck laufen und zurück zur Unterkunft fahren. Ich persönlich übernachte auf dem Campingplatz Rudi in Häselgehr, von München aus mit dem Auto in zwei Stunden zu erreichen. Auch möglich: Mit dem Zug nach Füssen reisen, dort ein Hotel buchen, und den Weg in umgekehrter Richtung laufen. Infos: lechweg.com.SUSANNE STOCKMANN

Tiere streicheln in Niederbayern (6)

In den weiten Hügeln und Wäldern Niederbayerns ist Bayern noch echt und entspannt – ganz weit weg von Touristen-Staus, überfüllten Berg-Almen und Parkplatz-Wahnsinn im Münchner Speckgürtel. Mit Kindern ist zum Beispiel ein Urlaub auf dem Bauernhof eine tolle Möglichkeit zum Stress-Runterfahren. Auf bauernhofurlaub.de kann man gezielt nach Unterkünften in Niederbayern suchen. Ziegen oder Kühe streicheln, Bulldog fahren oder Ponyreiten: Da sind die Kleinen beschäftigt und die Erwachsenen können tagsüber lesen oder abends am Lagerfeuer entschleunigen. Die Gegend um Reisbach (Kreis Dingolfing-Landau) ist zu empfehlen. Denn falls es doch kurz langweilig wird, können sich alle dort im Bayernpark austoben. Mit dem Auto von München in etwa eineinhalb Stunden zu erreichen. Auch der Erlebnispark Voglsam ist von dort nicht weit entfernt. Ein Tipp wäre etwa der Ferienhof Kirschner in Asbach in Pfarrkirchen – wunderschön gelegen in unberührter Natur, mit Abenteuerspielplatz und vielen Tieren. Infos: fewo-rottal.de.ANDREA STINGLWAGNER

Mit Zug & Radl durch Italien (7)

Wenn man wie wir ein altes Auto fährt, dann halten einen nicht nur die Spritpreise von längeren Reisen ab. Die Zwischenstopps in italienischen Autowerkstätten sind zwar von herzlicher Hilfsbereitschaft geprägt, gehören aber nicht zu meinem Urlaubsplan. Deshalb fahren wir Zug, und das gerne, vor allem in Italien. Denn dort fährt alles (!) meist pünktlich. Eine unserer letzten Reisen führte uns nach Ligurien, an die Küste, die mit Zug, Fuß und Fahrrad hervorragend zu bereisen ist. Ein Auto, noch dazu ein größeres Modell, ist dort vollkommen unpraktisch, und jeder Parkplatz kostet ein Vermögen. Also wählten wir den Zug, buchten uns ein Abteil von München-Ostbahnhof nach Sestri Levante (damals ein Direktzug) und ruckelten durch die Nacht. Ein wenig zerknittert, aber sehr entspannt gab’s gleich bei der Ankunft Cappuccino samt Cornetto, dann ging’s weiter mit dem (günstigen) Regionalzug nach Bonassola. Die Städtchen an der ligurischen Küste sind so klein, dass man locker vom Bahnhof zum Hotel spazieren kann – am besten natürlich mit kleinem Gepäck. Denn, die Erfahrung macht man, wenn man viel reist: Es reicht ein Koffer! Und wenn nicht: Eine Wäscherei gibt’s wirklich überall. Vor Ort mieteten wir dann tageweise Fahrräder, mit denen wir die Küste erkundeten. Und was fanden wir? Kleine, versteckte Badebuchten, die wir mit dem Auto nie erreicht hätten.MARIA ZSOLNAY

So schee am Schrecksee (8)

Oh Schreck! Ja, dieser Gedanke kann einem bei diesem Tipp schon kommen. Denn die Tour zum für mich hübschesten Hochgebirgssee ist steil, lang und anstrengend. Wir sprechen von acht bis neun Stunden Gehzeit insgesamt für 2120 Höhenmeter Auf- und Abstieg. Und auf der gesamten Strecke gibt es keine Einkehrmöglichkeit. Man muss also einiges an Wasser und Proviant einpacken. Aber man sagt ja, nur die Harten kommen in den Garten. In diesem Fall zu einem Juwel, eingebettet in die markanten Gipfel der Allgäuer Alpen: der Schrecksee bei Bad Hindelang. Schrecklich schee!

Als Kind des Pfaffenwinkels liegt das von meiner Heimat nur etwas mehr als eine Autostunde entfernt. Von München aus fährt man rund doppelt so lang – aber die etwa 160 Kilometer Strecke lohnen sich. Von der (Tor-)Tour erholen kann man sich im Haus Rotspitze, auch zu finden als „Sabines Ferienwohnungen“, in Bad Oberdorf, einem Gemeindeteil von Bad Hindelang. Und apropos Bad: Ich kann ein wenig Planschen im selbst im Sommer eisigen Schrecksee (1813 Meter) zwar empfehlen. Aber man kann auch wohlig-warm im nahe gelegenen Wonnemar in Sonthofen abtauchen.REGINA MITTERMEIER

Wasserspiele in Wien (9)

Wir fahren mit den Kindern im Sommer nach Wien. Benzin wird’s ja hoffentlich noch geben. Wir wohnen in einer Ferienwohnung am Donaukanal. Wenn es heiß ist, gehen wir zu einem der Frei- und Strandbäder auf der Donauinsel. Dort gibt es Strandbäder, einen Wasserspielplatz, eine Wakeboard-Anlage, Trampoline auf dem Wasser, Kajaks, Biergärten, Grillplätze. Das Essen in Wien dürfen die Kinder aussuchen: Smashburger oder Schnitzel, Kaffeehaus und Kaskrainer mit Kren, von mir aus auch die Torte im Hotel Sacher.

Tagsüber etwas Kultur und Natur in Schönbrunn, im Haus des Meeres, im Museumsquartier, in der Kaisergruft (mit Quiz-Bogen-Suche für die Kinder!) oder im Naturwissenschaftlichen Museum. Gefolgt vom Naschmarkt oder einem der kleinen feinen Märkte im zweiten Bezirk.THOMAS GAUTIER

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