Mario Adorf: Eine Karriere in fünf Filmen

von Redaktion

Bonn – In mehr als 200 Filmen wirkte Mario Adorf im Lauf seiner jahrzehntelangen Karriere mit „An meine Vergangenheit erinnere ich mich vor allem durch meine Filme“, lautete sein Credo. Ein Rückblick auf fünf Produktionen.

„Nachts, wenn der Teufel kam“ (1957): Brachte Adorf den Durchbruch auf der Leinwand. Der damals 26-Jährige Adorf verkörperte mit beeindruckender Intensität den angeblichen Serienmörder Bruno Lüdke. Später haderte Adorf mit seiner Rolle. Denn der geistig zurückgebliebene Lüdke, den die Nationalsozialisten 1944 ermordeten, war offenbar unschuldig.

„Die Blechtrommel“ (1979): In der Verfilmung des Romans von Literaturnobelpreisträger Günter Grass spielt Mario Adorf den Alfred Matzerath, den mutmaßlichen Vater des kleinen Trommlers Oskar. Regie führte Volker Schlöndorff. „Die Blechtrommel“ erhielt als erste deutsche Produktion einen Oscar als bester fremdsprachiger Film.

„Der große Bellheim“ (1993): Ein Beispiel für mehrere große Fernsehproduktionen, denen Adorf seinen Stempel aufdrückte. Hier als Firmenpatriarch Peter Bellheim, dessen Warenhauskonzern in eine finanzielle Schieflage gerät. Der ZDF-Vierteiler steht zugleich für die künstlerisch fruchtbare Zusammenarbeit mit dem umstrittenen, inzwischen verstorbenen Regisseur Dieter Wedel, dem mehrere Schauspielerinnen und ehemalige Mitarbeiter 2018 sexuelle und gewalttätige Übergriffe vorwarfen.

„Rossini – oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief“ (1997): InHelmut Dietls Parodie auf die Münchner Bussi-Bussi-Schickeria spielt Adorf den öligen Promi-Wirt Paolo Rossini, der in seinem Lokal die Wichtigen und Richtigen begrüßt. Für das Drehbuch zeichnete der Romancier Patrick Süskind mitverantwortlich; die Besetzungsliste liest sich wie ein Who’s who der deutschen Filmbranche.

„Der letzte Mentsch“ (2013): In diesem Roadmovie macht sich Adorf als KZ-Überlebender Marcus Schwartz in bereits hohem Alter auf die Suche nach seinen jüdischen Wurzeln. Einmal mehr lobte die internationale Kritik Mario Adorfs Präsenz und Einfühlungsvermögen.JOACHIM HEINZ