Gekocht, gegrillt – oder aus der Konserve

von Redaktion

Die Deutschen lieben den mild schmeckenden weißen Spargel, international ist grüner Spargel sehr viel weiter verbreitet

Kurz und knackig: In Asien ist grüner Spargel populär. Er wird, kurz gegart, als Wokgemüse oder in Currys serviert. In den USA sind Röstaromen gefragt, deshalb landet der Spargel häufig auf dem Grill. © imago/Picture Alliance

München – Geschält, gekocht, mit einer Sauce hollandaise, Schinken und Kartoffeln: Die Deutschen lieben Spargel klassisch. Kaum ein Gericht unterliegt hierzulande so festen Küchenregeln wie der Spargel, blickt man auf Rezepte auf Chefkoch.de. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes verzehren die Bundesbürger überwiegend den recht milden weißen Spargel. International kommt eher grüner Spargel auf den Tisch. Sein Aroma wird als würziger und intensiver beschrieben. Und noch einen Vorteil hat der grüne Spargel: Man muss ihn nicht schälen. International wird das Frühlingsgemüse wesentlich variantenreicher aufgetischt. Andere Länder, andere (Spargel-)Sitten.

Im Mittelmeerraum wird Spargel gerne ganz schlicht zubereitet – in Olivenöl gedünstet und mit Zitrone und eventuell gehobeltem Parmesan getoppt. Dort kommt bevorzugt grüner Spargel auf den Tisch. Was für die mediterrane Küche im Allgemeinen gilt, gilt auch für den Spargel: wenige Zutaten, klare Aromen.

In Frankreich ist der Umgang mit Spargel noch ungezwungener. Gerne wird er dort, insbesondere der violette Spargel, mit der Hand gegessen. Er ist eine saisonale Delikatesse mit wenig Brimborium drumherum. Eine Vinaigrette ist zum Spargel sehr beliebt. Der Knigge-Benimmführer schreibt übrigens vor: Wird dem Spargel mit Messer und Gabel zu Leibe gerückt, isst man ihn vom zarten Kopf zum Spargelende hin.

Eine Besonderheit in Spanien sind die Spargelkonserven. Schonend gekocht, sorgfältig ins Glas gelegt. Nur Wasser, ein Hauch Salz und pure Qualität. Das verstehen die Spanier nicht als Notlösung für den Vorratsschrank. Sie lieben ihren Konserven-Spargel.

In den USA galt bereits Thomas Jefferson, der dritte Präsident der Vereinigten Staaten, als großer Fan des Gemüses. Der Politiker ließ es in seinen Gärten anbauen. Heute ist Spargel in Amerika weitverbreitet. Besonders gerne wird er als Suppe oder im Ofen geröstet serviert. Sehr verbreitet ist die Zubereitung mit hoher Hitze, die Röstaromen erzeugt – das ist ein klarer Kontrast zur eher wasserbasierten Kochtradition Mitteleuropas. Die Bewohner von Oceana County, Michigan, feiern der Spargelernte zu Ehren sogar jährlich ein Fest: Die selbsternannte Spargelhauptstadt der USA produziert jährlich ein Drittel des Spargelbedarfs der ganzen Vereinigten Staaten.

Europäische Einwanderer haben den Spargel in der jüngeren Geschichte nach Südamerika gebracht. Dort wird er sehr gerne modern interpretiert, mit Meeresfrüchten und Pasta. Bedeutung hat der Spargel auch am sogenannten Dia de los Noquis. An jedem 29. eines Monats werden traditionell Gnocchi zubereitet, die in modernen Varianten auch mit Spargel kombiniert werden.

In Asien reicht die Geschichte des Spargels weit zurück: Er wurde dort bereits früh als Heilpflanze geschätzt. Heute ist vor allem eine dünnere Variante des grünen Spargels verbreitet, die häufig in Wok-Gerichten oder Currys verwendet wird. Entscheidend ist in Asien die kurze Garzeit: Der Spargel soll knackig bleiben und mit den Gewürzen korrespondieren.STEPHANIE EBNER

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