Marke gegen No-Name: Duell in unserer Redaktion

von Redaktion

Wir probierten bei Erdnüssen und Kesselchips angebliche Produktzwillinge – und waren vom Ergebnis tatsächlich überrascht

Unser Reporter Quirin Wullrich mit den Produkten vom Redaktions-Test. © Marcus Schlaf

München – Unser Reporter Quirin Wullrich hat in Supermärkten mit der „Markendetektive“-App einige Artikel gescannt. Die erste Erkenntnis: Nur selten stehen günstigere Alternativprodukte vom selben Hersteller, sofern es sie gibt, im selben Regal. Trotzdem sind sich viele Produkte sehr ähnlich. Die Markendetektive werben damit, ein Zwei-Personen-Haushalt könne mit der App bis zu 200 Euro im Monat sparen.

Informationen zum Produzenten sind für den Kunden nicht immer trivial. „Manche Marken verweisen sehr transparent auf die Produktionsstätte“, sagt Manon Sieber von den Markendetektiven. „Andere verstecken es oder verschleiern es durch Drittfirmen oder Vertriebsgesellschaften.“ In der App ist auf einen Blick erkennbar, bei welchen Produkten sich die Hersteller gleichen.

Insbesondere bei Grundnahrungsmitteln und unverarbeiteten Lebensmitteln wie Mehl, Zucker und Salz „lohnt es sich nicht, die Marke zu kaufen“, sagt Sieber. Aber auch bei Milch-, Fleisch- und Wurstprodukten gleiche sich die Produktion häufig. Bei Drogerieprodukten sei das inzwischen ebenfalls gängig, erklärt Sieber.

Manche Produkte fallen gleich aus dem Raster der Markendetektive. „Platzhirsche“ nennt Sieber sie. Etwa Coca-Cola oder das beliebte Nutella: Deren Hersteller (Coca-Cola und Ferrero) produzieren ob ihrer mächtigen Stellung am Markt keine vergleichbaren No-Name-Produkte, halten so ihr Rezept geheim. Es gibt also nur Nachahmer, was die Markenprodukte geschmacklich einzigartig macht.

Wir haben in der Redaktion einen Test gemacht mit zwei Produkten, die die Markendetektive als Stufe 5 (Produktzwilling) kennzeichnen.

Duell 1: Die Erdnüsse (geröstet und gesalzen) von Ültje gegen die Aldi-Eigenmarke „Farmer“. Der Hersteller-Nachweis auf der Verpackungsrückseite verrät: Ültje verweist auf den Sitz der Intersnack Deutschland SE in Köln. Bei Aldi steht die Snack & Nut GmbH – ein Postfach in Köln, das auch zu Intersnack gehört. Rein optisch unterschieden sich die Produkte kaum. Bei Aldi waren die Nüsse minimal kleiner. Die Verkostung durch zehn Redakteure, die nicht wussten, was die Marke ist, brachte keine wirklichen Unterschiede zutage. Die Nüsse, sie schmeckten identisch.

Duell 2: Lisas Meersalz-Bio-Kesselchips mit Bioland-Siegel gegen die Meersalz-Kesselchips von Rewe (auch Bio). Optisch zeigt sich lediglich ein leichter Unterschied im Bräunungsgrad. Die Verkostung durch unsere zehn Redakteure war dann eine große Überraschung. Ein Tester konnte überhaupt keinen Unterschied feststellen, alle anderen erklärten die Rewe-Chips nach kurzem Überlegen zum Markenprodukt – womöglich, weil sie etwas mehr geröstet aussahen. Geschmacklich waren beide Produkte letztlich nicht zu unterscheiden.QUIRIN WULLRICH

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