ZUM THEMA

Wie Stents und Bypässe Leben retten

von Redaktion

Bypass-OP im Deutschen Herzzentrum © Elda Dzilic

München – In Deutschland leiden etwa 4,7 Millionen Menschen an der koronaren Herzkrankheit. Die KHK fordert jedes Jahr 120.000 Todesopfer, etwa jedes Dritte stirbt an einem akuten Infarkt. Die Volkskrankheit entwickelt sich schleichend: In den Herzkranzgefäßen lagert sich ein gefährliches Gemisch aus Kalk, entzündlichen Zellen, Bindegewebe und Cholesterin ab. Diese Ablagerungen werden weiche Plaques genannt und können die Herzkranzgefäße immer stärker einengen – bis hin zum Verschluss. Dann kommt es zum Herzinfarkt. Eine KHK kann auch zu Herzschwäche oder plötzlichem Herztod führen.

Um solche Schreckensszenarien zu vermeiden, werden bei Patienten mit starken Verengungen häufig Stents eingesetzt. Diese winzigen Metallröhrchen sollen die Engstellen von innen schienen und auf Dauer offen halten. Dazu nutzen die Mediziner einen dünnen Schlauch (Herzkatheter), der durch ein Gefäß an der Leiste oder am Handgelenk eingeführt wird. In dessen Innerem können die Stents bis in die Herzkranzgefäße transportiert und dort entfaltet werden.

Mitunter ist aber auch eine Bypass-OP sinnvoller. „Wir Menschen haben drei große Herzkranzarterien. Wenn einer oder zwei dieser Äste verengt sind, dann werden meist Stents gesetzt. Wenn aber alle Gefäße oder der Hauptstamm der Arterie betroffen sind, ist eine Bypass-Operation größtenteils überlegen“, berichtet Herzchirurg Professor Markus Krane. Allerdings muss der Patient dazu an die Herz-Lungen-Maschine angeschlossen und häufig sein Brustbein durchtrennt werden. In manchen Fällen ist der Eingriff heute bereits durch einen kleineren seitlichen Schnitt am Brustkorb möglich.

Beide Behandlungsmethoden gelten als sehr sicher, das Risiko einer ernsten Komplikation liegt bei nur drei Prozent. „Bypässe sind besonders effektiv“, sagt Krane. So belegen Studien, dass Patienten nach einer Bypass-OP länger leben als nach einer Implantation von Stents. Eine Bypass-OP lindert die Beschwerden der KHK um 94 Prozent, das Einsetzen von Stents um 80 Prozent. Jeder fünfte Patient mit einem Stent muss innerhalb von vier Jahren erneut mit Stents versorgt werden, nach einem Bypass-Eingriff müssen nur sechs Prozent binnen vier Jahren noch mal behandelt werden.BEZ

Artikel 3 von 4