Manche mögen’s heiß: Marilyn Monroe mit Tony Curtis und Jack Lemmon (re.) © pa
Ehemänner 1 & 2: James Dougherty und Joe DiMaggio (li.) © pa
Sinnlich: Marilyn Monroe posierte auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, 1953, für den Fotografen John Florea. © Florea/Schirmer/Mosel
Ikonisch: Das Foto von Marilyn Monroe über einem U-Bahn-Lüftungsschacht auf der Lexington Avenue in New York. © Sam Shaw
War da was? Marilyn Monroe und US-Präsident John F. Kennedy. Ob die beiden eine Affäre hatten, ist eines der ungelösten Geheimnisse Hollywoods – und auch unter den Monroe-Biografen umstritten. Befeuert wurden die Spekulationen insbesondere durch Monroes legendären Auftritt im Mai 1962, als sie Kennedy im Madison Square Garden in New York mit rauchiger Stimme zum Geburtstag „Happy Birthday, Mister President“ sang. © epd
Marilyn Monroe in ihrem ikonischen goldenen Kleid im Film „Blondinen bevorzugt“ (1953). Links noch als Norma Jeane Baker mit brünetten Haaren. Rechts mit ihrem dritten Ehemann, dem Schriftsteller Arthur Miller. © Capital Pictures/imago/pa
München – „Marilyn Monroe“ und „vor 100 Jahren“ – das will nicht zusammenpassen: In ikonischen Bildern bleibt der Weltstar die ewig junge, strahlende blonde Schönheit der 1950er-Jahre. Am 1. Juni 1926, kam sie im kalifornischen Los Angeles zur Welt. Die Schauspielerin wurde nur 36 Jahre alt. Was für ein Leben: von der Kindheit in Pflegefamilien zum Hollywoodstar, dreimal verheiratet, zu Lebzeiten eine Legende. Der demokratische US-Präsident John F. Kennedy war einer ihrer Fans. Unzählige Artikel und Bücher sind über sie geschrieben worden. Das Gesamtwerk illustriert eines: Der Hollywood-Glitter verbirgt viel.
Zum 100. wird gefeiert. Mit Partys, Ausstellungen und einer Auktion, bei der Kleidungsstücke, Fotos und „private Dokumente“ unter den Hammer kommen. Sonderausstellungen gibt es in Paris und in Los Angeles. Im British Film Museum in London läuft ein Marilyn-Monroe-Filmfestival. In Palm Springs in Kalifornien wollen Fans einen Guinness-Buch-Rekord aufstellen: für die meisten Monroe-Imitatorinnen. Dort steht auch eine acht Meter hohe „Forever-Marilyn“-Statue. Sie ist dem weltbekannten Foto von 1954 nachempfunden, auf dem die Schauspielerin auf einem Lüftungsrost der U-Bahn steht und ein Luftzug ihren Rock hochweht.
Der Taufname der kleinen Marilyn war Norma Jeane Baker, ihr „amtlicher“ Name Norma Jeane Mortenson. Ihre Mutter Gladys Baker konnte Norma Jeane auch aus gesundheitlichen Gründen nicht versorgen. Das Mädchen verbrachte seine Kindheit zunächst bei Pflegefamilien. Und dann: „Plötzlich haben sie mich in ein Waisenhaus gebracht“, hört man Monroe in dem BBC-Film „Marilyn on Marilyn“ (1981) sagen. Sie sei neun oder zehn Jahre alt gewesen und habe sich gewehrt, sie sei doch kein Waisenkind. Während der Zeit im Heim habe sie fünf Cent im Monat verdienen können durch Geschirrwaschen. Es folgten weitere Pflegefamilien.
Um diesem Leben zu entkommen, heiratete Norma Jeane mit 16 den vier Jahre älteren Fabrikarbeiter James Dougherty. Im Nachruf auf Dougherty zitiert ihn die „Los Angeles Times“ 2005: „Wir haben uns zum Heiraten entschieden, dass sie nicht zu einer Pflegefamilie zurückmusste … Doch, wir waren verliebt.“ Die Ehe hielt nicht lange. Norma Jeane arbeitete in einer Rüstungsfabrik, wo ein Fotograf sie als Model entdeckte. Sie färbte die brünetten Haare platinblond und nahm den Künstlernamen Marilyn Monroe an. 1947 kam die erste Filmrolle. „Ich habe Marilyn Monroe nie gekannt“, sagte Dougherty. „Ich kannte und liebte Norma Jeane.“
Marilyn Monroe, die mit dem Image der unbedarften Blondine kämpfte, wirkte in rund 30 Spielfilmen mit. Sie nahm Unterricht beim legendären Schauspiellehrer Lee Strasberg, gründete nach Streitigkeiten mit Hollywood später ihre eigene Produktionsfirma. In Erinnerung aber bleiben Filme wie „Blondinen bevorzugt“ von 1953, in dem Monroe „Diamonds Are a Girl’s Best Friend“ singt. Besonders erfolgreich waren die Billy-Wilder-Komödien „Das verflixte 7. Jahr“ (1955) und „Manche mögen’s heiß“ (1959). 1961 kam der Western „Nicht gesellschaftsfähig“ in die Kinos. Das Drehbuch hatte Monroes dritter Ehemann verfasst, der Schriftsteller Arthur Miller („Tod eines Handlungsreisenden“). Für ihn konvertierte sie vor der Hochzeit sogar zum Judentum. Zweiter Ehemann war Baseball-Star Joe DiMaggio gewesen.
Die Ermittlungsbehörde FBI hatte Miller als verdächtigen Kommunisten auf dem Radar. FBI-Männer warfen auch ein Auge auf Monroe, die Akten stehen heute auf der FBI-Website. Monroe habe sich 1962 nach Angaben einer Quelle im Urlaub in Mexiko mit Sympathisanten der Kommunistischen Partei getroffen. Ein Memo im Juli 1962 informierte über ein Mittagessen mit Präsident Kennedy, an dem Monroe teilgenommen habe. Informanten charakterisierten Monroes Ansichten als „eindeutig links“.
Dokumentiert ist Monroes gehauchtes und gesungenes „Happy Birthday“ im Mai 1962 bei Kennedys 45. Geburtstagsfeier. Sie trat in einem eng anliegenden und fast transparenten Kleid auf. Nach diesem „Happy Birthday“ könne er sich aus der Politik zurückziehen, scherzte Kennedy.
In ihren letzten Lebensjahren hatte Monroe mit psychischen Zusammenbrüchen, Drogen und Alkohol zu kämpfen. Miller und sie ließen sich scheiden. Am Morgen des 5. August 1962 wurde sie tot in ihrer Wohnung im Hollywood-Vorort Brentwood gefunden. Um ihren Tod ranken sich bis heute Spekulationen. Sie sei nackt in ihrem Bett gefunden worden, mit der Hand am Telefon. Wen sie wohl habe anrufen wollen? Todesursache sei eine Überdosis Schlafmittel, sie habe wohl Suizid begangen, berichteten die Zeitungen damals.