Valentin mit Liesl Karlstadt: Das Foto findet sich im September im Kalender. © Volk Verlag
Vater und Tochter: Karl Valentin mit Berta, die auch einige Jahre Theaterschauspielerin war. © Volk Verlag
Der Mann der 1000 Rollen: Karl Valentin in einer seiner typischen schrägen Verkleidungen. © Volk Verlag
München – Der Volk Verlag bezeichnet diesen ganz besonderen Kalender in Buchform als „immer gültig“. Für den zeitlosen Humor von Karl Valentin, der am 4. Juni 1882 in München zur Welt kam, gilt das zweifellos. Aber auch für den Kalender „366 Tage mit Karl Valentin“ selbst. Denn er hat weder Wochentage noch steht ein Jahr dabei, ist also im besten Valentin’schen Sinn ein Dauerkalender. Der Kabarettist Gerhard Polt, der das liebevolle Vorwort verfasst hat, formuliert es so: „Wenn man am 3. Juni angelangt ist, fängt man im Buch bei der ersten Kalenderseite, dem 4. Juni (Valentins Geburtstag also), wieder an.“
Zu jedem einzelnen Tag (366 Tage, weil heuer Schaltjahr ist) gibt es Valentin-Sprüche, Biografisches, Fotografien, Erinnerungen von Weggefährten wie Brecht oder Feuchtwanger, Zeichnungen und das einzige Gemälde des Humoristen.
Begegnung mit der Hebamme
Der 4. Juni steht natürlich ganz im Zeichen des Geburtstags. An seine Ankunft auf der Welt erinnert sich Valentin Ludwig Fey, so sein bürgerlicher Name, so: „Als ich die Hebamme sah, die mich empfing, war ich sprachlos. Ich habe diese Frau in meinem Leben noch nicht gesehen.“ Die Geburtsurkunde, die im Valentin-Karlstadt-Musäum hängt, bestätigt als Geburtsort die damalige Entenbachstraße 63 (heute Zeppelinstraße 41) in der Au.
Was viele nicht wissen: Karl Valentin hatte zwei Töchter (Gisela und Berta) mit Gisela Royes, die er im Haus der Eltern kennenlernte, wo sie als Dienstbotin und Köchin arbeitete. Die beiden waren 36 Jahre bis zu Valentins Tod verheiratet – obwohl er eine Liaison mit seiner Bühnenpartnerin Liesl Karlstadt unterhielt. Valentin überwachte seine Tochter „Bertl“ auf Schritt und Tritt. „Wenn du nicht mehr zum Theater zurückgehst und bei mir bleibst, bekommst du jeden Monat 100 Mark Taschengeld“, wird er am 23. Juli zitiert. Die Tochter aber startete eine Theaterkarriere, die sie erst mit Anfang 30 an den Nagel hing.MBI/WHA
Der Kalender
kostet 29,90 Euro. Volk Verlag, 226 Seiten.