„Artemis 3“ ohne Deutschen – und nicht zum Mond

von Redaktion

Er fliegt mit: Der Italiener Luca Parmitano. © ESA

Houston – Als erster Europäer fliegt nicht wie vorab angekündigt ein Deutscher bei einer „Artemis“-Mondmission der NASA mit, sondern überraschend ein Italiener: Luca Parmitano sei als einer von vier Astronauten für die Mission „Artemis 3“ ausgewählt worden, teilte die US-Raumfahrtbehörde NASA mit. Auch dass schon bei „Artemis 3“ und nicht erst bei späteren Missionen ein Europäer an Bord sein soll, kam überraschend. Für weitere Startplätze, möglicherweise für einen deutschen Astronauten, gibt es derzeit nach Angaben von Josef Aschbacher, Chef der europäischen Raumfahrtagentur ESA, keine Zusagen der NASA. Darüber solle aber verhandelt werden.

Der Start von „Artemis 3“ ist für 2027 vorgesehen, zur Crew sollen auch die US-Astronauten André Douglas, Frank Rubio und Randy Bresnik gehören. Bresnik ist laut NASA offiziell Kommandant der Mission, Parmitano Pilot, die beiden anderen sind als „Missionsspezialisten“ im Einsatz.

Anders als ursprünglich geplant ist bei der rund zweiwöchigen Mission keine Mondlandung vorgesehen. Stattdessen soll das Koppeln des Raumschiffs „Orion“ mit Mondlandesystemen getestet werden. Die Mission soll dazu dienen, die Technik für eine geplante Mondlandung vorab zu testen, möglichst nahe an der Erde. Im Fall von Problemen soll die Crew innerhalb von Stunden in Sicherheit gebracht werden können.

ESA-Chef Aschbacher hatte Ende 2025 gesagt: „Ich habe entschieden, dass die ersten Europäer, die auf einer Mondmission fliegen werden, ESA-Astronauten deutscher, französischer und italienischer Nationalität sein werden.“ Zuerst sei Deutschland an der Reihe, sagte er bei der ESA-Ministerratskonferenz in Bremen. Die beiden deutschen ESA-Astronauten Alexander Gerst und Matthias Maurer hatten anschließend mehrfach betont, diese Chance sehr gern wahrnehmen zu wollen.

Der Raumfahrtexperte Ludwig Moeller hält es weiter für möglich, dass ein Deutscher als erster europäischer Astronaut Richtung Mond fliegt. Der Leiter des Raumfahrt-Thinktanks Espi mit Sitz in Wien betonte, die Auswahl von Parmitano stehe „nicht in Konflikt mit dem Ziel eines deutschen Astronauten als erstem Europäer auf dem Mond, da ‚Artemis 3‘ keine Mission zum Mond ist“. Auch Aschbacher erklärte: „Die Aussage steht weiterhin. Weil „Artemis 3“ in der Erdumlaufbahn bleibe, sei es „natürlich nicht ein Flug zum Mond, wie wir ihn klassischerweise sehen würden“. NASA-Chef Jared Isaacman hatte Ende Februar überraschend eine Strategieänderung angekündigt: „Artemis 3“ starte schon 2027, lande aber anders als vorgesehen nicht auf dem Mond. Stattdessen soll das Raumschiff „Orion“ nur in einer Erdumlaufbahn fliegen.

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